Region. Sie sind ein Teil der Gesellschaft und trotzdem oft kaum sichtbar: Menschen mit Behinderungen. Ihr Alltag ist vor allem durch Pflege und berufliche oder pädagogische Maßnahmen geprägt – für Freizeitaktivitäten, Ausflüge und Urlaube bleibt oftmals wenig Raum. Ein Unternehmen aus Braunschweig möchte das nun ändern und hat dafür ein ganz besonderes Projekt – einen Roadtrip für behinderte Menschen – ins Leben gerufen. regionalHeute.de hat mit der Initiatorin Tamara Kahnert gesprochen.
Mit dem "Projekt Schneewittchen", einer zweiwöchigen Europareise im Nightliner, möchte Tamara Kahnert behinderten Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ermöglichen, gemeinsam unterwegs zu sein, neue Orte zu entdecken und den Alltag zu teilen. Die Reise sei inklusiv und ehrenamtlich – alle Betreuer, die daran teilnehmen, machten das aus Spaß an der Sache. Im Mittelpunkt stehen sollen nicht klassische touristische Programmpunkte, sondern Begegnung, Gemeinschaft und das Erleben von Teilhabe im Alltag. Das "Projekt Schneewittchen" wolle zeigen, dass Reisen, Abenteuer und gemeinsames Erleben keine Frage von Geld oder perfekten Voraussetzungen sein müssen.
So wird das Projekt finanziert
Initiatorin Tamara Kahnert aus Braunschweig ist Inhaberin von TamiTrips – einem Unternehmen, das gemeinschaftliche Reise- und Erlebnisformate für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Mit "Projekt Schneewittchen" verfolgt sie nach eigenen Angaben das Ziel, Inklusion nicht abstrakt zu thematisieren, sondern im gemeinsamen Alltag konkret erlebbar zu machen. Begleitet wird das Projekt von Steve Gülzow, der seit über 20 Jahren ehrenamtlich bei Radio Okerwelle tätig ist. Die Teilnahme an der Reise sei für die ausgewählten Teilnehmer kostenfrei. "Projekt Schneewittchen“ verfolge keine kommerziellen Interessen und sei auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen, um die geplante Reise realisieren zu können.
Die Idee hinter dem Projekt

Tamara Kahnert und Steve Gülzow (Medien, Organisation & Koordination) während einer Sendung bei Radio Okerwelle. Foto: TamiTrips
Die Idee zu Projekt "Schneewittchen" sei aus der langjährigen Reise- und Community-Arbeit von TamiTrips entstanden. Immer wieder habe sich gezeigt, dass viele Menschen mit Handicap zwar den Wunsch nach besonderen Reiseerlebnissen haben, diese jedoch aus finanziellen oder organisatorischen Gründen kaum umsetzen können. Der Name des Projekts stamme daher, dass es aufgrund des begrenzten Platzes im Nightliner sieben Teilnehmer und sieben Betreuer geben werde. Daraus seien die Anlehnung an „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und der Name „Projekt Schneewittchen“ entstanden.
So soll der Roadtrip ablaufen
Die Reise soll Teilnehmer und Betreuer vom 13. bis 26. Juli 2026 rund 14 Tage lang im Nightliner durch Frankreich, Spanien und Portugal führen. Der Bus werde dabei als Transportmittel und als Übernachtungsmöglichkeit dienen. Die Reise sei bewusst als gemeinsamer Roadtrip angelegt – das Unterwegssein selbst sei Teil des Konzepts und solle als gemeinschaftliches Erlebnis gestaltet werden.
Bewerbungen sind noch möglich
Bewerbungen für eine Teilnahme an diesem besonderen Roadtrip sind noch möglich. Für eine Teilnahme kämen Menschen mit Handicap infrage, die körperlich und gesundheitlich in der Lage sind, an einer rund 14-tägigen Gruppenreise teilzunehmen. Eine eigenständige Bewegungsfähigkeit im Nightliner sei dabei eine der Voraussetzungen. Die Auswahl erfolge persönlich und individuell auf Grundlage dieser Voraussetzungen sowie der Motivation zur Teilnahme. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Projekts.

