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Prostituierten-Morde: War es in beiden Fällen derselbe Täter?

von Nino Milizia


Im ersten Fall ist die Beweislast laut Staatsanwaltschaft erdrückend. Foto: aktuell24
Im ersten Fall ist die Beweislast laut Staatsanwaltschaft erdrückend. Foto: aktuell24

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27.06.2017

Hohenhameln/Vorsfelde. Am 4. November in der Nähe von Hohenhameln und eine Woche später am 11. November in Vorsfelde geschahen Morde an zwei Prostituierten (regionalHeute.de berichtete), die nun nach neuen Erkenntnissen in Zusammenhang stehen könnten. In beiden Fällen könnte ein 29-jähriger Deutscher aus Salzgitter für den Tod der Frauen verantwortlich sein.



Im November letzten Jahres gab es schreckliche Nachrichten in kurzer Abfolge aus Hohenhameln und Vorsfelde. Zwei Prostituierte wurden von einem Unbekannten ermordet, ein angeblicher Täter, ein 45-jähriger Ingenieur, war schnell für den Mord bei Hohenhameln gefunden.

Dann die Wende: Durch den Hinweis eines Zeugen konnte der monatelang in U-Haft sitzende Verdächtigte entlastet und ein 29-Jähriger aus Salzgitter belastet werden. Laut Hans Christian Wolters, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, ist die Beweislast für diesen erdrückend. Unter den Fingernägeln des ersten Opfers fanden sich DNA-Spuren des 29-Jährigen, der die Tat weiterhin abstreitet. Die Beweise seien ihm "untergejubelt" worden. Der Hauptzeuge hatte während der Tat vor dem Love-Mobil gestanden, ein verdächtiges Schaukeln wahrgenommen und nach Öffnen der Tür den Täter mit einem Fuß auf dem Hals der Frau gesehen.

Wolters geht von einer Verurteilung aus. Doch bleiben weitere Fragen ungeklärt. Kam nämlich jetzt zur Sprache, dass der 29-Jährige sich in einem späteren Telefonat mit dem Zeugen mit dem zweiten Mord gebrüstet haben soll. "Wir können im zweiten Fall jedoch nur von einem Anfangsverdacht sprechen, da der Zeuge nicht bei der eigentlichen Tat anwesend war. Zunächst müssen die Beweise abgeglichen werden," so Wolters. Damit meint er den Abgleich der Telekommunikationsdaten.

Hier liegt allerdings die Krux: Zwar wurde die Ermordete in Vorsfelde mehrere Male von einer bisher nicht identifizierten Nummer angerufen, die Ermittlung dieser gestaltet sich jedoch schwierig. Der Täter behauptet, sein Handy sei im Dezember kaputt gegangen, so dass ein Handywechsel erfolgt sei. "Wie also hat er im November telefoniert," fragen sich die Ermittler. Gehört die Nummer zu dem ersetzten Handy des Täters? Des Weiteren wird nun nach Alibis gesucht.

Habgier oder psychisch krank?


Da der 29-Jährige aber laut Wolters ins Täterprofil passt, männlich, bereits gegenüber anderen Prostituierten gewalttätig geworden, scheint die Spur heiß zu sein. Mord ergibt in Deutschland eine lebenslange Haft und kann sich nicht, wie etwa in den USA, durch zwei Morde verlängern.



Das Wie bleibt hierbei jedoch spannend: In beiden Fällen nahm der Täter nämlich die Einnahmen der Frauen an sich. Es deutet somit einiges auf einen Mord aus Habgier oder einen Verdeckungsmord hin, der gewöhnliche Strafvollzug wäre die Folge. Allerdings irritiert die Aussage am Telefon "Beim zweiten Mal ging es leichter" und der kurze Zeitraum. Wollte sich da etwa jemand steigern und empfand Freude bei seinen Taten?

Würde eine psychische Krankheit nachgewiesen werden, so könnte es auch zu einem unbefristeten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, bei drohender Gefahr für sich oder andere zu einem Sicherungsverfahren kommen.

Einmal erdrückende Beweislast in Hohenhameln und noch ein Anfangsverdacht im Vorsfelder Fall: DieErmittlungen gehen aber vorerst weiter, nach Wolters Einschätzung noch über mehrere Wochen oder gar Monate. Dennoch erscheint die Aufklärung gleich zweier Morde zum Greifen nah.

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