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Raser aufgepasst: Die PTB testet neue Blitzer

von Nick Wenkel


Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig prüft die Blitzeranlagen. Foto: Werner Heise
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig prüft die Blitzeranlagen. Foto: Werner Heise Foto: Werner Heise

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14.01.2017

Braunschweig. In Österreich oder in der Schweiz ist die sogenannte "Section Control" an den Autobahnen schon im Einsatz. Ob es die neue Blitzer-Technik bald auch in Niedersachsen gibt, testet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig.



Zwei Blitzer auf einer Strecke von zwei Kilometern? Was für viele Autobahnraser schrecklich klingt, könnte bald auch in Niedersachsen Realität werden. In anderen Ländern, wie Österreich, Schweiz oder Italien gibt es die neue Radarfallebereits. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) wurde nun für die Untersuchung der sogenannten "Section Control" beauftragt. Sofern die PTB das Prüfsiegel bestätigt, gehen in der Nähe von Hannover die ersten, neuen Anlagen in eine Testphase. Der Zuständige der Bundesanstalt für die Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte, Dr. Frank Märtens, klärte regionalHeute.de über die neue Technik auf.

Was bedeutet"Section Control"?


Laut Märtens, handelt es sich bei der "Section Control" um eine Radarfalle, die über eine längere Strecke erfolgt. Innerhalb von zwei bis drei Kilometern werden zwei Blitzer aufgestellt, die von jedem vorbeifahrenden Fahrzeug ein Lichtbild machen, zunächst unabhängig von der Geschwindigkeit. Bei der ersten Station würde dabei ein Foto vom Heck des Fahrzeugs gemacht werden und bei der Zweiten eins von der Front. Das Bild der Vorderansicht erfolge aber nur bei einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Das Tempo wird dabei aus der Durchschnittsgeschwindigkeit des kürzesten Weges berechnet.

Datenschutz oder Menschenleben


Besorgte bezüglich des Datenschutzes kann Dr. Frank Märtens weitestgehend beruhigen. Die Heckaufnahme beim ersten Blitzer sei zunächst nicht lesbar. Erst wenn ein Autofahrer zu schnell unterwegs sei, entstehe das Frontbild am zweiten Portal. Es wäre für einen Außenstehenden auch nicht möglich an die Bilder zu gelangen. Selbst wenn dem so wäre, würden sich die Fotos beim Öffnen des Gerätes sofort löschen. Eine Endkontrolle der Bilder erfolgt durch einen Mitarbeiter der zuständigen Behörde. Dieser kontrolliert Heck- und Frontaufnahme. Sofern es bei dem Einen oder Anderen dennoch datenschutzrechtliche Bedenken gibt, hofft Märtens auf die Vernunftder Leute. "Man muss dann natürlich entscheiden, ob einem das Menschenleben oder der Datenschutz wichtiger ist", so Märtens.

Rolle der PTB


Damit die neuen Blitzer in einen Testlauf können, fehlt aber noch das Prüfsiegel der PTB aus Braunschweig. Dort wird die neue Technik auf Herz und Nieren untersucht. Märtens definiert die Wichtigkeit der eingebauten Uhren. Um das einwandfreie Abgleichen von Heck- und Frontfoto gewährleisten zu können, sei es wichtig, dass die Zeit beibeiden Blitzerstellen passt. In die Untersuchung fällt des Weiteren die Klimaprüfung und die elektromagnetische Verträglichkeit der Anlagen. Auf den Probelauf müssten Autofahrer aber in jedem Fall noch ein bisschen warten. Laut Märtens hoffe man, bis zum Sommer 2017 alles untersucht zu haben. Falls dieser Idealfall nicht realisierbar sei, solle es aber zumindest noch in diesem Jahr sein.


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