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Rassismusdebatte: Wird jetzt der Prinzenpark umbenannt?

Seit Wochen prägt die neue Rassismusdebatte die öffentliche Diskussion. Auch in Braunschweig sollen die Namen von Straßen und öffentlichen Einrichtungen geprüft werden. Auch der Prinzenpark steht auf der Liste des Kulturdezernats.

von Niklas Eppert


Der Prinzenpark.
Der Prinzenpark. Foto: Alexander Dontscheff

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28.07.2020

Braunschweig. Mohrenapotheke, Zigeunerschnitzel, Hindenburgstraße - nicht erst seit diesem Jahr sind Namen wie diese auf dem Prüfstand. Auch in Braunschweig ist das Thema spätestens seit den neuerlichen Black Lives Matter Protesten auf der Tagesordnung. Nun will das Kulturdezernat konkrete Schritte gehen und ein Konzept vorlegen. Auch auf der Liste der potenziell problematischen Namen: Der Prinz-Albrecht-Park, der den meisten Braunschweigern schlicht als "Prinzenpark" bekannt ist.


Auf Anfrage von regionalHeute.de bestätigte die Stadt Braunschweig die Pläne des Kulturdezernats. Demnach soll noch in diesem Jahr ein Konzept vorliegen, nach dem kritische Namen öffentlicher Orte und Straßen neu bewertet und gegebenenfalls umbenannt werden sollen. Grundsätzlich sollen dabei alle Straßennamen der Stadt überprüft werden.

Besonders der Prinzenpark sei dabei in den Fokus gerückt, weil er nach Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin benannt wurde. Der war nicht nur von 1907 bis 1913 Regent des vakanten Herzogtums Braunschweig, sondern auch einflussreicher Kolonialpolitiker, unter anderem als Vorsitzender der deutschen Kolonialgesellschaft und, so die Stadt Braunschweig, "herausragender Propagandist deutscher Kolonialpolitik".

"Eine ergebnisoffene Diskussion"


Wann und ob der Prinzenpark wirklich umbenannt werde, stehe allerdings noch nicht fest. Ziel sei zuerst eine "historisch präzise Bestandsaufnahme" zu erstellen, auf deren Grundlage "eine ergebnisoffene Diskussion" geführt werden sollte. Letztlich müssten zunächst Maßstäbe erstellt werden, nachdem eine Umbenennung entschieden wird, außerdem müssten die politischen Gremien miteinbezogen werden. Denn in letzter Instanz würden immer noch die Stadtbezirksräte entscheiden.


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