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Regionale Wirtschaft blickt gedämpft in die Zukunft



Braunschweig | Wolfsburg

Regionale Wirtschaft blickt gedämpft in die Zukunft


Grafik: IHK
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Braunschweig/Wolfsburg. Die Konjunktur im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg ist im Herbst nahezu unverändert und zeichnet sich durch eine stabile Geschäftslage aus. Vor allem die heimische Industrie kann wieder optimistischer in die Zukunft blicken, da sich die Auftragslage bei einigen Betrieben besser entwickelte als erwartet. Alle anderen Branchen betrachten ihre Geschäftsaussichten mit weniger Optimismus. Dies spiegelt sich in den zögerlichen Investitions- und Beschäftigungsplanungen der Unternehmen wider, wie sich aus dem gemeinsamen Konjunkturbericht der IHK Braunschweig und der IHK Lüneburg-Wolfsburg für das dritte Quartal 2019 ergibt.



Wie die IHK Braunschweig in einer Pressemitteilung berichtet, sei der Konjunkturklimaindikator nach ihren jüngsten Umfragen mit einem Stand von 98 geringfügig um drei Punkte gefallen und damit nur unmerklich im Vergleich zu den Vorquartalen. Zurückzuführen sei dies an erster Stelle auf die zuletzt beständige Geschäftslage, denn die überwiegende Mehrheit der Unternehmen habe sich mit ihrer Geschäftssituation zufrieden gezeigt. Insgesamt habe ein Viertel der Betriebe die eigene Lage als gut und knapp zwei Drittel als befriedigend bezeichnet. Nur elf Prozent der Unternehmen würden aktuell von einer schlechten Lage sprechen.

Eingetrübt werden die Konjunkturergebnisse nach wie vor von sinkenden Bewertungen der zukünftigen Geschäftsentwicklung. So würden im Herbst nur noch etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen von einem gleichbleibenden und 14 Prozent von einem besseren Geschäftsverlauf ausgehen. Der Anteil an Betrieben, der mit einer ungünstigen Entwicklung rechne, erreicht mit fast einem Drittel einen neuen Höchststand.


Konjunkturelle Entwicklung ins Stocken geraten


Im Vergleich der Wirtschaftsbranchen werde ersichtlich, dass insbesondere bei Einzel- und Großhandel als auch bei den Dienstleistern die konjunkturelle Entwicklung ins Stocken geraten ist. Im dritten Quartal sei der Konjunkturklimaindikator für den Einzelhandel mit 18 Punkten am stärksten auf einen Wert von 92 gefallen. Der Klimaindikator für den Großhandel sei gleichsam auf einen Tiefstand von 75 Punkten eingebrochen. Im Dienstleistungsbereich habe der Konjunkturklimaindikator auf einen Stand von 110 Punkten nachgegeben.

Der Abwärtstrend dieser drei Branchen sei im Wesentlichen durch die Verunsicherung über die eigenen Geschäftsaussichten zu begründen. Dieser Entwicklung stehe die aktuell verbesserte Konjunkturstimmung der Industrie entgegen, deren Geschäftserwartungen aufgrund höherer Auftragseingänge aus dem Inland positiver ausfallen. Nach mehr als einem Jahr sei der Konjunkturklimaindikator für die Industrie erstmals wieder gestiegen – auf 98 Punkte. »Die im Vergleich zum Vorquartal verbesserten Konjunkturaussichten der Industrie im Raum Braunschweig-Wolfsburg sind kein Signal für eine Trendumkehr: Nach wie vor ist die Exportnachfrage rückläufig. Unsere exportorientierte Industrie leidet unter der schwächelnden Weltwirtschaft, den anhaltenden Handelskonflikten und protektionistischen Tendenzen auf einigen Weltmärkten. Durch den bevorstehenden Brexit sind zusätzlich negative Effekte zu erwarten«, kommentiert Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, die Umfrageergebnisse.

Dr. Florian Löbermann, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, fügt hinzu: »Wir sehen immer deutlicher, wie die Unsicherheiten der Exportmärkte auf Handels- und Dienstleistungsunternehmen in unserem Wirtschaftsraum übergreifen. Umso wichtiger ist, dass die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft vor Ort verbessert werden, etwa durch eine grundlegende Unternehmenssteuerreform. Gleichzeitig müssen Investitionen in zeitgemäße wirtschaftsrelevante Infrastrukturen durch die Vereinfachung von langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.«

Für die Konjunkturumfrage hätten im September und Oktober 189 Betriebe aus dem IHK- Bezirk Braunschweig sowie der Stadt Wolfsburg und dem Landkreis Gifhorn ihre aktuelle und künftige Wirtschaftslage eingeschätzt.


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