Braunschweig

Reka zeigte Film ‚FURUSATO - WUNDE HEIMAT‘


Takashi Kunimoto, Lutz Seifert, Paul Koch und Bodo Walther Foto: reka
Takashi Kunimoto, Lutz Seifert, Paul Koch und Bodo Walther Foto: reka

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30.03.2018

Braunschweig. Als Teil der europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima zeigte die „Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur“ e.V. (reka) nach eigenen Angaben im Wolfenbütteler Filmpalast den Film ‚FURUSATO - WUNDE HEIMAT‘.


Der Dokumentarfilm von Thorsten Trimpop zeigt mit beeindruckenden ruhigen Bildern die Langzeitfolgen der Atom-Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011.

Der Film zeigt Menschen, die in der Kleinstadt Minamisoma leben und versuchen mit den Auswirkungen des Atomunfalls zurecht zu kommen. Die Kleinstadt Minamisoma liegt in der 30 Kilometerzone um das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. Es ist eine geteilte Stadt. Dies zeigt der Film mir beeindruckenden Kameraschwenks über menschenleere Straßen, Autos, Häuser und Gärten. Im Ton hört man das Knacken des Geigerzählers. Es handelt sich um den evakuierten Teil der Stadt. Der Film ist ein beobachtender Film, der über Jahre die Umstände von Menschen in der Stadt zeigt. Da ist zum Beispiel ein Pferdezüchter, dessen Tochter gegen den Willen ihres Vaters auf dem Hof bleibt und ihm bei der Arbeit hilft um den schon in fünfter Generation betriebene Hof weiterzuführen. Doch neu geborene Fohlen lahmen schon nach wenigen Monaten und sterben trotz aller Hilfe kläglich. Und da ist der Aktivist, der seine Familie verlassen hat um auf die Gefahren der atomaren Kontamination aufmerksam zu machen und selber an Krebs und der Strahlenkrankheit erkrankt.
Diese Bilder stehen im Kontrast mit den Aktivitäten der japanischen Regierung. So hat die Regierung einen Teil der Sperrgebiete wurde aufgehoben und die Rücksiedlung beginnt. Zwei Bahnstrecken durch kontaminiertes Gebiet wurden wiedereröffnet. Die Olympischen Sommerspiele 2020 werden primär in Tokyo stattfinden. Die Baseball-Wettkämpfe werden jedoch in Fukushima-Stadt ausgetragen. Japan will offenbar Normalität demonstrieren.

Der Film zeigt Hintergründe


Der Film zeigt aber anderes. Er zeigt Arbeiter die versuchen Häuser, Straßen, Gärten und Plätze zu dekontaminieren und zeigt wie die Erde in große schwarze Plastiksäcke gefüllt wird um dann auf großen Sammelställen gestapelt zu werden. In einer anderen Einstellung zeigt der Film wie Schulkinder ohne jeglichen Schutz auf einer Straße zu einem Wettrennen antreten. Dabei ist die Strahlenbelastung hoch die der Geigerzähler anzeigt mit dem ein mit weißem Schutzanzug bekleideter Aktivist die Radioaktivität misst.

Die Realität zeigt, dass die gesundheitlichen Gefahren um Fukushima Daiichi hoch sind. Laut Datenbank des Japanischen Krebsregisters war vor der Atomkatastrophe nur eine einzige Neuerkrankung von kindlichem Schilddrüsenkrebs pro Jahr zu erwarten gewesen. Tatsächlich sind seit dem Atomunfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mittlerweile 194 Kinder an Schilddrüsenkrebs erkrankt und mussten operiert werden. Dies entspricht einer Neuerkrankungsrate von 27 Fällen im Jahr.


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