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Reportage über Kralenriede: "Wir werden nicht gefragt"



Braunschweig

Reportage über Kralenriede: "Wir werden nicht gefragt"

von Robert Braumann


Landesaufnahmebehörde in Braunschweig. Foto: Sina Rühland
Landesaufnahmebehörde in Braunschweig. Foto: Sina Rühland Foto: Sina Rühland

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Braunschweig.  Immer noch erreichen täglich mehrere hundert Flüchtlinge den Norden. Wie berechtigt sind diesbezügliche Sorgen und Ängste? In einem NDR-Bericht wird auf Brennpunkte in Niedersachsen eingegangen. Auch Braunschweig und die LAB spielen eine Rolle.

Im Bericht wird am Anfang die Situation in den Supermärkten erörtert und auf die gestiegenen Ladendiebstähle eingegangen. Auch die Einbruchserie im ersten Quartal 2015 wird thematisiert. Enrico Canzio, ein Wachmann, der vor den Supermärkten arbeitet, erzählt, dass bei den Diebstählen fast alles mitgenommen werden würde. Von Alkohol über Brot und Tomaten. Er achte darauf, wie gefüllt die Taschen der Menschen beim Betreten und beim Verlassen des Marktes wären. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Delikte von 48, auf über 150 gesteigert. Im weiteren Verlauf kommt Helmut Pogede zu Wort, der am Steinriedendamm wohnt. In sein Haus wurde eingebrochen. Nun hat er die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, der Täter sei aus der LAB gekommen, berichtet er. Er sei mit seiner Frau allein im Haus, die lasse er nun nicht mehr allein. Man mache sich schon Gedanken, berichtet er. Nachbarin Silvia Jach berichtet, man habe einfach Angst. Der Anwohner Martin Müller bekräftigt, man sei nicht Rechts oder ähnliches, aber fühle sich mit der Situation vor Ort alleine gelassen. "Wir sind hier eine Gruppe von vielleicht 30 bis 40 Anwohnern, die sich beschweren, die wirklich wie auf einer einsamen Insel sind und alle anderen wissen gar nicht, was wir haben." Auch Kripo-Chef Ulf Küch kommt zu Wort, der klarstellt, dass man der Kriminalität vor Ort ganz klar entgegentritt. Deshalb habe man auch die Sonderermittlungsgruppe "ZERM" gegründet.


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Ulf Küch, Zweiter von links, kommt zu Wort. Foto: Sina Rühland



Er machte aber auch deutlich, dass es keine kriminellen Völker gäbe. Dies sei völliger Unsinn. Einige Wenige würden alle rechtschaffenen Flüchtlinge mit in ein negatives Bild stellen. Das dürfe man nicht zulassen. Im weiteren Verlauf wird Ingo Patzke von der Polizei Braunschweig begleitet. Er berichtet, dass er auch viel Elend sehen würde, das ginge ihm natürlich schon nahe. Es wird aber auch deutlich, dass die Polizisten häufig nicht wissen, mit wem sie es überhaupt zu tun haben. Oft gäbe es keine klaren Angaben. Das Fernsehteam begleitet die Beamten auch bei zwei Festnahmen nach einem Ladendiebstahl. Der junge Tunesier, der aufgegriffen wird, erzählt, er habe Hunger und kein Geld mehr gehabt und deshalb gestohlen. Patzke zeigt wenig Verständnis, die Flüchtlinge würden Essen und Trinken bekommen und wenn das Geld alle sei, würde es den Deutschen auch nicht anders gehen. Dies sei für ihn nun wirklich nicht nachzuvollziehen. Den ganzen Film finden Sie in der Mediathek der ARD.


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