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Rosetta-Team verabschiedet sich



Braunschweig

Rosetta-Team verabschiedet sich


Viele neue Erkenntnisse aus weiter Ferne konnten gesammelt werden, schon die Landung wurde genau beobachtet, Foto: Archiv
Viele neue Erkenntnisse aus weiter Ferne konnten gesammelt werden, schon die Landung wurde genau beobachtet, Foto: Archiv Foto: Sina Rühland

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Braunschweig. Mit dem Stück „A Comet‘s Life“, einer Vertonung der Messdaten der Braunschweiger Magnetometer, verabschieden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig von der Weltraumsonde „Rosetta“.



Es wurde am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung der Mission im Kontrollzentrum der europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt vorgestellt. Mit einem Magnetometer auf der Weltraumsonde „Rosetta“ und auf dem Landeroboter „Philae“ waren Astrophysiker und Astrophysikerinnen vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der Mission beteiligt. Ingenieure vom Institut für Datentechnik und Kommunikation entwickelten einen Instrumentenrechner sowie Teile der OSIRIS-Kamera. "Rosettas geplante Landung auf ‚Tschuri‘ ist nicht das Ende der Weltraummission. Es ist vielmehr der Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den unzähligen Daten, die wir gewonnen haben. Sie werden uns und die folgende Wissenschafts-Generation lange beschäftigen", erklärt Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGEP) der Technischen Universität Braunschweig.

Neuer "Song"


Am Freitag, soll die Weltraumsonde "Rosetta" Landeroboter "Philae" nachfolgen und auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen. Verfolgen werden die Braunschweiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Abschluss der Weltraummission im europäischen Raumflugkontrollzentrum, wo sie erneut eine Sonifikation, eine Vertonung der Messdaten ihrer Magnetometer, vorstellen. Der Wolfenbütteler Komponist und Sounddesigner Manuel Senfft, der bereits zur Kometenladung tausende von Messdaten übertrug und auf diese Weise den Kometen „Tschuri“ zum Singen brachte, zeichnet mit dem neuen Stück nun die Veränderungen des Kometen auf dem Weg zur Sonne in Tönen nach.

Magnetfeld untersucht


Die Braunschweiger Magnetometer lieferten im Laufe der Mission viel mehr als die Grundlage für den Kometen-Sound. Mit ihrer Hilfe wurde erstmals das Magnetfeld im Umfeld eines Kometen über einen langen Zeitraum untersucht und wie es sich auf dem Weg zum sonnennächsten Punkt verändert. Erste wissenschaftliche Veröffentlichungen der Braunschweiger Astrophysikerinnen und Astrophysiker fanden internationale Beachtung. Weitere, erklärt Karl-Heinz Glassmeier, werden folgen. Allein die Messdaten, so der Professor am IGEP der TU Braunschweig, würde die Wissenschaft in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren beschäftigten. Zunehmend wichtig wurden die Magnetometer „Made in Braunschweig“ auch für den Missionsbetrieb: Als erste stellten sie das mehrfache Aufsetzen des Landesroboters fest und trugen so maßgeblich zur Rekonstruktion der Landung bei. Berechnungen aus Braunschweig verhalfen bei der Suche nach „Philae“ auf dem Kometen.

Projekt vorerst beendet


Schickt die Weltraumsonde „Rosetta“ wie geplant eine letzte Bildreihe der Mission von der Landung auf dem Kometen, ist auch für die Ingenieure um Professor Harald Michalik vom Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig ein Jahrzehnte andauerndes Projekt vorerst beendet. Unter der Leitung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung aus Göttingen waren sie Teil des Konsortiums, das für die „OSIRIS“-Kamera und damit für die beeindruckenden Bilder vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko verantwortlich war. Die Kamera wurde von dem Team in den vergangenen Tagen auf ihre letzte Aufgabe sorgfältig programmiert, damit eine spektakuläre Bildreihe gelingt.

aktualisiert 17:00 Uhr


Die Sonde Rosetta hat um 13:19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ihr letztes Signal zur Erde gefunkt - mit dem Aufprall auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko endete die ESA-Mission. Für Sonde Rosetta war eigentlich keine Landung geplant - sie war nicht als Landegerät entwickelt worden. Auf dem Kollisionskurs zum Kometen konnten aber sieben Instrumente noch Daten aufnehmen und zur Erde senden. "Die Mission Rosetta kann mit Fug und Recht als ein Meilenstein der Raumfahrt bezeichnet werden. Die Leistungen der Wissenschaftler und Ingenieure haben uns einen unglaublichen Einblick in die Geschichte unseres Planetensystems ermöglicht", sagt Frau Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. "Die Daten und Bilder, die uns Rosetta und der Lander Philae übermittelt haben, werden die Grundlage für die Planung und wissenschaftliche Fragestellungen für zukünftige Missionen in unserem Sonnensystem bilden."


Rosettas Landeplatz, Foto: DLR


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