Salzgitter. Das Städtische Museum Schloss Salder zeigt von Samstag, 18. April bis Sonntag, 28. Juni die Ausstellung "Vom Ihr zum Wir. Flüchtlinge und Vertriebene im Niedersachsen der Nachkriegszeit". Die Ausstellung dokumentiert den Beitrag der Flüchtlinge und Vertriebenen am Aufbau des Landes Niedersachsen. Darüber informiert die Stadt Salzgitter in einer Pressemeldung.
Nur wenig hat Niedersachsen seit seiner Gründung 1946 so sehr geprägt, wie die Ankunft von mehr als 1,8 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen infolge des Zweiten Weltkrieges. Diese Menschen stellten 1950 etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Ihre Integration brauchte Zeit und Energie. Doch es war ein holpriger, ja teils steiniger Weg vom „Ihr“ zum „Wir“ – geprägt von Missverständnissen, Ablehnung, Entbehrungen, aber auch von unbändigem Aufbauwillen, Offenheit und gemeinsamer Arbeit.
Zeiten des Mangels
In Zeiten des Mangels, der West- wie Ostdeutsche gleichermaßen traf, war dies eine große Herausforderung. Der Anfang in dem kriegszerstörten Land war schwer. Die Neubürgerinnen und Neubürger konkurrierten mit den Einheimischen um knappe Ressourcen, wie Wohnraum und Nahrung. Gleichzeitig halfen sie durch ihre Arbeitskraft, das Land wieder aufzubauen.
Religiöse Differenzen trugen zur gelebten Ökumene bei. Die Ankunft der Flüchtlinge und der Vertriebenen lässt sich bis heute an vielen Straßennamen mit osteuropäischem Bezug und den neu entstandenen Flüchtlingssiedlungen auch in Salzgitter ablesen.
Ergänzt um lokale Aspekte
Die Ausstellung erzählt Geschichten, die exemplarisch die großen Anstrengungen verdeutlichen, die den Weg vom „Ihr“ zum „Wir“ geprägt haben. Ergänzt wird sie um lokale Aspekte, denn die junge Großstadt Salzgitter stand wie wohl kaum eine Stadt im damals geteilten Deutschland für die Herausforderungen dieser Zeit – und für deren Bewältigung.
Sie wurde 2021 anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Landes Niedersachsen vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. im Rahmen des Projektes „Herkunft.Heimat.Heute.“ erarbeitet. Die Ausstellung zeigt auf, welche Beiträge die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen für die Gründung und die Entwicklung des Landes geleistet haben. Gerade in den Bereichen Wirtschaft und Kultur stellte der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebene eine Bereicherung für das Land Niedersachsen dar.
Zu sehen ist die Sonderausstellung „Vom Ihr zum Wir. Flüchtlinge und Vertriebene im Niedersachsen der Nachkriegszeit“ im Obergeschoss des Dauerausstellungsbereichs "Salzgitter - Die neue Stadt" im "Pferdestall" des Städtischen Museums Schloss Salder. Der Zugang ist barrierefrei. Der Eintritt ist kostenlos.
Konzert zum Abschluss
Die Laufzeit der Ausstellung endet am 28. Juni mit dem Konzert „Soldan und die Schlesischen Kammersolisten“ im Fürstensaal des Schlosses Salder. Informationen zum Konzert: kultur-veranstaltungen@stadt.salzgitter.de.

