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"Fatale Entwicklung" - Ambulante Pflegedienste schlagen Alarm


Symbolfoto: Pixabay
Die ambulanten Pflegedienste der Region wollen Geschlossenheit zeigen. Symbolfoto: pixabay Foto: Pixabay

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14.05.2019

Region. "Die Versorgung von pflegebedürftigen und kranken Menschen gerät zunehmend in Gefahr. Seit Jahren werden die steigenden Kosten durch die Kassen nicht refinanziert. Den Pflegediensten reicht es jetzt, sie schlagen Alarm: Sie wollen eine deutlich bessere Vergütung durch die Kostenträger." Das teilt die AG Sozialstationen in einer Pressemitteilung mit.


Schon lange würden von den Kassen nur minimale Steigerungen anerkannt. Die deutlich höheren Lohn- und Kostensteigerungen fänden dabei keine Berücksichtigung. Mit dieser Gemeinschaftsaktion, initiiert durch die Arbeitsgemeinschaft der Braunschweiger Sozialstationen, wollen die Dienste verstärkt darauf hinweisen, dass die ambulante Pflege in Niedersachsen gegenüber der stationären Pflege abgehängt wird. Diese Entwicklungsei fatal und gehe zulasten der Menschen in Niedersachsen, die bis ins hohe Alter eigenständig in ihrer vertrauten Umgebung bleiben wollen.

Die Forderung nach höherer Vergütung komme dabei von allen, egal ob gemeinnützige Einrichtungen wie die Sozialstationen der Wohlfahrtsverbände oder private Pflegedienste. Gemeinsamsei deshalb ein offener Brief gestaltet worden, der an Kostenträger und politische Vertreter versendet werden soll.

Postkarten-Aktion und Demonstration


Der Versand des Offenen Briefs wird flankiert von einer Postkarten-Aktion zur gerechten Refinanzierung in der Pflege. 20.000 Karten mit drei unterschiedlichen Motive („Ich möchte ‚gepflegt‘ alt werden.“, „Wir pflegen Menschen, keine Gegenstände“, „Ich möchte würde- und respektvoll gepflegt werden – Sie später auch?“) werden ab Mitte Mai über sämtliche Pflegedienste an Patienten, Kunden, Mitarbeitende sowie Interessierte verteilt und können von ihnen unterschrieben werden. Sämtliche Karten werden gesammelt und am 18. Juni 2019 im Rahmen einer Pflege-Demonstration an den Niedersächsischen Landtag übergeben.


Grafik: AG Sozialstationen Foto:


Kurz-Überblicke über die Inhalte des offenen Briefs


18 Prozent mehr Vergütung
Die Kosten für die ambulante Pflege tragen die Kassen- und Pflegekassen sowie – sobald die Pauschale überschritten ist – die Patienten oder Kommunen. Eine unzureichende Vergütung hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Personalsituation der ambulanten Pflege – es fehlen Pflegekräfte und der Nachwuchs bleibt aus. Die Forderung: Angemessene Refinanzierung, unter anderem durch Anhebung der Vergütung sowie Anerkennung der Lohnsteigerungen und der gestiegenen Sachkosten.

Ambulant vor stationär
Das Prinzip „ambulant vor stationär“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Sozialgesetzbuch XI. Es soll Menschen ermöglichen, so lange wie möglich in der gewohnten häuslichen Umgebung zu verbleiben. Die geforderten Leistungen können oft nicht mehr erbracht werden, was dazu führt, dass Menschen zu früh in die stationäre Betreuung gehen. Die Forderung: Angemessene Refinanzierung der Leistungen, zumal die Kosten im Vergleich zu denen der stationären Einrichtungen deutlich geringer sind.

Attraktivität der Pflegeberufe verbessern
Aktuell stellen wir fest, dass Pflegedienste keine Patienten mehr annehmen oder gar schließen, weil sie keine Mitarbeitenden mehr gewinnen können. Die Versorgung bei zukünftig steigenden Patientenzahlen ist schon heute nicht gesichert, Betreuungsanfragen müssen aus Kapazitätsgründen abgesagt werden! Die Forderungen: Angemessene Refinanzierung der Personalkosten für Pflegedienste mit tariflichen Regelungen oder vergleichbaren Lohnkostensteigerungen, da das Personal sonst in besser bezahlte Jobs, zum Beispiel in Krankenhäusern oder stationären Einrichtungen wechseln.

Wegepauschalen
Die nicht auskömmliche Refinanzierung zeigt sich insbesondere am Umgang der Kostenträger mit den sogenannten Wegepauschalen, die ein Pflegedienst für jeden Hausbesuch erhält. Die Forderungen: Anpassung und Refinanzierung der Wegepauschalen mit realistischenFahrtzeiten.


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