Salzgitter. Dieser Schrottplatz soll wachsen und ein Upgrade erhalten: Die Firma Posniak Recycling GmbH plant, an ihrem Standort in Salzgitter-Heerte eine Entschichtungsanlage zu errichten und die Lagerkapazitäten für gefährliche Abfälle zu erhöhen. Im städtischen Stadtplanungs- und Bauausschuss wird demnächst über einen Beschlussvorschlag der Verwaltung beraten, dem Recyclingunternehmen dieses Vorhaben zu genehmigen. Letztlich wird der Rat der Stadt Salzgitter über ein "gemeindliches Einvernehmen" entscheiden. Über die Genehmigungsanträge fällt die Entscheidung derweil beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig.
Laut Beschlussvorschlag plane das Unternehmen, eine Entschichtungsanlage zu erstellen. Dort soll Stahlschrott aus dem Zwischenlager für gefährliche Abfälle behandelt werden. Von dort soll es für diesen Schrott dann zur stofflichen Verwertung weitergehen zur Hauptanlage. Die Farbanstriche abzutragen, sei dabei ein Job, den ein ferngesteuerter Roboter innerhalb der geschlossenen Anlage übernehme. Eine zusätzliche Versiegelung von Flächen werde nicht erfolgen.
Stahlteile zurück in den Rohstoffkreislauf
Auf seiner Homepage erklärt das Unternehmen Posniak das Prinzip: "Heutzutage werden Stahlteile und -elemente, die durch asbesthaltige Farbe, Lacke oder Bleifarbe belastet sind, zum größten Teil einfach auf bestimmten Deponien deponiert und nicht mehr dem Rohstoffkreislauf zugeführt. Aufgrund unserer Erfahrung im Schadstoffsanierungsbereich möchten wir dies ändern und unseren Betrieb mit der Errichtung einer Asbest-Entschichtungsanlage erweitern. Durch die Entfernung der Schadstoffbelastungen können die Stahlteile dann dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt werden, anstatt auf Deponien umweltbelastend gelagert zu werden."
Zwischenlager für gefährliche Abfälle soll größer werden
Bei dem Gesamtvorhaben solle die Hauptanlage "Metallschrottplatz" nicht vergrößert werden. Diese belaufe sich auf 5.190 Tonnen. Gleichwohl plane das Unternehmen, die Kapazität des Zwischenlagers für gefährliche Abfälle um rund 50 Tonnen von 200 auf 250 Tonnen zu erhöhen. Dort soll Platz her für eine zusätzliche Abfallcharge der Kategorie „belasteter Stahlschrott“ – also Schrottchargen mit schadstoffhaltigen Beschichtungsstoffen oder Farbanstrichen, eben jene, die später in der Entschichtungsanlage bearbeitet werden sollen.
Außerdem soll das Zwischenlager für gefährliche Abfälle ebenfalls vergrößert werden. Dort soll die Kapazität von 190 auf 212 Tonnen angepasst werden.
Für die geplante Entschichtungsanlage sei ein vereinfachtes Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt Salzgitter. Anders sei die Lage beim Zwischenlager für gefährliche Abfälle: Für die dort geplante Kapazitätserweiterung sei eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen.
So ist Salzgitter beteiligt
Für die Genehmigung ist das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zuständig – unter anderem sind dabei Vorgaben aus dem Bundes-Immissionsschutzgesetz betroffen. Die Stadt Salzgitter ist aber an diesem Verfahren beteiligt und wurde um die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens gebeten. Dieser Vorgang ist notwendig, wenn die Genehmigungsbehörde und die betroffene Gemeinde zwei verschiedenen Behörden angehören. Dafür ist eine Ratsentscheidung in Salzgitter nötig.

