Salzgitter. Der Umbau der Kita in Salzgitter-Ringelheim kostet offenbar deutlich mehr Geld als ursprünglich geplant. Ein Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung sieht jetzt vor, dass die geplanten 945.000 Euro, die im Dezember 2021 vom Rat der Stadt für den Zuschuss zum Bau festgesetzt wurden, um fast 650.000 Euro auf dann 1.592.645 Euro erhöht werden.
Nachdem der Kita-Neubau in Ringelheim fertiggestellt war, stand der Umbau der alten Kita auf dem Programm, unter anderem um dort Krippen-Gruppen unterzubringen.
So kam es zu der Kostenexplosion
Die Mittel für die seit 2021 entstandenen Mehrkosten stehen zur Verfügung, können laut Stadtverwaltung mit Haushaltsresten gedeckt werden. Wie es zu der Kostenexplosion gekommen ist, erklärt die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage, über die in den nächsten Tagen unter anderem der Jugendhilfeausschuss und der Finanzausschuss abstimmen werden.
Neues Baukonzept
Demnach sei das Projekt teurer als ursprünglich geplant, weil "sich laufende Mehrkosten aus der Bautätigkeit ergeben" haben. Diese schätze das von der Bauherrin – der Kirchengemeinde St. Johannis – beauftragte Architekturbüro auf 647.645 Euro. Die Gesamtsumme betrage somit 1.592.645 Euro. Unter anderem seien Personal- und Materialkosten seit der ursprünglichen Kostenschätzung gestiegen, auch habe sich die Ausführung der Baumaßnahmen geändert. Nach der Kostenschätzung 2021 erfolgte die Ausschreibung 2022. Nachdem diese erfolglos verlaufen war, wurde das Baukonzept noch einmal überarbeitet.
Coronapandemie und Weltwirtschaftslage
Die Auswirkungen der Coronapandemie hätten bereits damals die Marktpreise beeinflusst, heißt es in der Begründung der Stadt. Nach Überarbeitung des Konzepts und einer Veränderung des Leistungsumfangs erfolgte eine erneute Ausschreibung des Umbauprojektes 2024.
Das Kostenniveau hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits höher eingependelt als zum Zeitpunkt der ersten Ausschreibung, erklärt die Verwaltung. Die Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Einflüsse der Weltwirtschaftslage, wie die Sanktionen gegen Russland, hätten im Bausektor ihre Auswirkungen gezeigt.
Im Sommer 2024 waren die Kosten bereits auf 1.515.645 Euro berechnet worden – eine Steigerung von 570.645 Euro im Vergleich zur Schätzung aus 2021. Oben drauf sei jetzt "eine bei Bauprojekten übliche geringprozentuale Kostenabweichung" gekommen, die die weiteren etwa 77.000 Euro verursacht habe.
Eine Anpassung der bereitgestellten Mittel sei erforderlich, um die ordnungsgemäße Fertigstellung des Umbaus sicherzustellen, erklärt die Stadtverwaltung und kündigt an: Weitere Mehrkosten seien nicht zu erwarten, da alle kostenintensiven Aufträge zuschlagsreif vorliegen oder abgerechnet worden sind.

