Salzgitter. Das historische Schloss Salder aus dem Jahr 1608 ist ein echtes Prunkstück der Renaissance-Architektur und ein Herzstück der Stadtgeschichte. Doch wer heute in die Ausstellungsräume möchte, muss erst einmal Stufen steigen – für Menschen mit Gehbehinderung oder Familien mit Kinderwagen ist das oft eine unüberwindbare Hürde. Das soll sich nun ändern.
Die Stadtverwaltung hat Pläne für ein rund 1.123.000 Euro teures Bauprojekt vorgelegt, um das Baudenkmal endlich barrierefrei zu machen. Über diese Pläne wird am 22. Januar im Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik beraten, bevor der Rat der Stadt am 27. Januar die endgültige Entscheidung trifft.
Aufzug soll alle Ebenen erschließen
Da das Museum im Hochparterre bisher nur über eine Freitreppe zugänglich ist, sieht das Konzept den Einbau eines Aufzugs vor, der alle Ausstellungsebenen vom Keller bis zum ersten Dachgeschoss erreicht. Nach Abwägung verschiedener Varianten, schlägt die Verwaltung einen innenliegenden Aufzug an der nordöstlichen Giebelseite vor. Als Zugang von außen soll ein derzeit verschlossener Kellerzugang aus dem Jahr 1958 genutzt werden. Durch diese Platzierung bleibe die historische Fassade weitgehend unberührt; ein betroffenes Doppelfenster im Obergeschoss bleibt in der Außenansicht erhalten und wird nur innen durch den Schacht geschlossen.
Umbauten in den Ausstellungsräumen notwendig
Die Installation führe jedoch zu Veränderungen in der Raumaufteilung des Hauses, klärt die Verwaltung weiter auf. Im Kellergeschoss müsse die Ausstellung umgestaltet und insbesondere das Dinosaurierexponat umplatziert werden. Da der Aufzug im Erdgeschoss Fläche beansprucht, sollen die Toiletten für Damen und Herren räumlich getrennt werden. Die Damentoiletten sollen demnach im Erdgeschoss verbleiben, während die Herrentoiletten im Obergeschoss neu entstehen sollen. Im Dachgeschoss sei zudem eine barrierefreie Toilette und ein Putzmittelraum geplant. Um den Eingriff in die historische Substanz zu minimieren, soll ein spezieller Aufzug ohne Maschinenraum zum Einsatz kommen.
Baustart frühestens Ende des Jahres
Nach einem positiven Ratsbeschluss könnten die erforderlichen Ingenieurleistungen für die Aufzugs- und Tragwerksplanung laut Verwaltung ausgeschrieben werden. Mit der Durchführung der eigentlichen Bauarbeiten werde laut Vorlage aber nicht vor Ende 2026 oder 2027 gerechnet

