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Öffentliche Toiletten: "Sitzplätze" kosten in Salzgitter Geld



Öffentliche Toiletten: "Sitzplätze" kosten Geld

Wer im Stehen pinkelt, kann seine Notdurft kostenlos verrichten. Im Sitzen wird es kostenpflichtig. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Salzgitter sieht die Frauen im Nachteil.

von Anke Donner


Wer sich in Salzgitter-Bad auf der Toilette setzen möchte, muss zahlen
Wer sich in Salzgitter-Bad auf der Toilette setzen möchte, muss zahlen Foto: Rudolf Karliczek.

Salzgitter. Warum müssen Frauen mancherorts ihren Toilettengang bezahlen? Diese Frage beschäftigt offenbar einige Damen, die auf den öffentlichen Toiletten in Salzgitter ihre Notdurft verrichten wollen. Und auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Salzgitter ist dieser Frage nachgegangen.



Einige Damen fragen sich, weshalb Damen-WC`s meist kostenpflichtig sind und die für Herren kostenlos. In Salzgitter-Bad am Bahnhof muß man beispielsweise für die Benutzung der Damen-Toilette zahlen. In Lebenstedt am Bahnhof und am Piratenspielplatz am Salzgittersee ist wiederum beides umsonst. Doch warum ist das so? Die Antwort hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Salzgitter, Simone Semmler.

Diese erklärt, dass es ihr selbst schon aufgefallen sei, dass manch stilles Örtchen für die Damenwelt kostenpflichtig ist und für Herren der Schöpfung mitunter kostenlos. "Mit ist aufgefallen, dass die Pissoirs für die Herren kostenfrei sind, während die Damen - oder die Herren wenn sie sich setzen wollen - bezahlen müssen. Ich finde das schon sehr seltsam", sagt Simone Semmler und erklärt den Grund, der ihrer Meinung nach aber ein wenig hinkt. "Ich weiß, dass es auch bundesweit immer mal wieder ein Thema ist, weil es in vielen Städten passiert. Insbesondere dann, wenn die Anlagen nicht in städtischer Hand sind, sondern in denen freier Firmen. Die Begründung ist, dass wenn Männer für den Toilettengang bezahlen müssten, sie einfach an irgendeine Wand pinkeln. Aber ich denke, das Argument, dass Frauen sich zivilisiert benehmen und deswegen bezahlen müssen, wenn sie ihre Notdurft verrichten, in jede Richtung hinkt", macht sie deutlich.



Einfluss habe man als Kommune auf Unternehmen, die die Toilettenanlagen betreiben nicht. "Aber ich denke, das ist ein Thema, wo wir auch großflächig mal bundesweit gucken sollten. Weil es einfach eine strukturelle Benachteiligung von Frauen ist, nur weil sie sich nicht benehmen, wie die Gorillas im Wald, auch noch bezahlen müssen."


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