Stadtteile im Porträt – Teil 22 – Groß Mahner


Die Dorfkirche in Groß Mahner im Winter. Foto: Markus Schulze
Die Dorfkirche in Groß Mahner im Winter. Foto: Markus Schulze Foto: Markus Schulze

Salzgitter. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Stadt Salzgitter Berichte der Ortsheimatpfleger. Darin sollen die Stadtteile vorgestellt werden. Weiterhin wird dadurch auf die besondere Arbeit der Stadtexperten aufmerksam gemacht. regionalHeute.de stellt diese in einer Serie vor. Heute geht es weiter mit Groß Mahner.


Salzgitter-Groß Mahner


Im Zentrum steht die Kirche (Stadtarchiv Salzgitter)

"Auf der Ostseite des Salzgitter-Höhenzuges liegt der zur Ortschaft Süd gehörende Stadtteil Groß Mahner. Die Siedlung wurde als Manderiwesteran in Aufzeichnungen des Klosters Corvey um 966/967 erstmals erwähnt. Zur Unterscheidung von dem südöstlich gelegenen Klein Mahner ist seit Ende des 13. Jahrhunderts die Bezeichnung Groß Mahner (Maius Mandere, Magno Mandere) belegt. Noch heute lässt sich im Luftbild die jahrhundertealte Struktur des Haufendorfes deutlich erkennen: die durch das Dorf führende Mahnerstraße teilt den Ort in einen nördlichen Teil, der vom Nordring umschlossen wird, der südliche Teil wird begrenzt durch den Südring, dessen südliche Seite erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts bebaut wurde.

Das bäuerlich geprägte Groß Mahner erlebte mit dem Aufkommen der Zuckerrübe einen Aufschwung, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts insbesondere den größeren Höfen zu Wohlstand verhalf. Im Ortsbild zeigte er sich an den neu errichteten Wohnhäusern Ass.- Nrn. 3 (Lessmann), 10 (Rühe) und 13 (Samblebe), die alle im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts entstanden. Lessmann ließ nicht nur ein neues Wohnhaus errichten, er war als späteres Vorstandsmitglied auch einer der treibenden Kräfte beim Bau der Zuckerfabrik, die 1879 in Groß Mahner errichtet wurde und mit der Kampagne 1880 ihre Arbeit aufnahm. Die Fabrik, die bereits in den Anfangsjahren rund 30.000 Zentner Zucker pro Jahr herstellte, wurde beständig modernisiert und hatte fast ein Jahrhundert Bestand, ehe sie Mitte der 1970er Jahre geschlossen wurde. Ein Großfeuer auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik richtete im August 2004 so große Schäden an, dass die verbliebenen Schornsteine gesprengt werden mussten.

Eine besondere Geschichte verbirgt sich hinter den eindrucksvollen Mauern der Kirche in Groß Mahner, die bereits 1239 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Schon 1845 empfahl ein Gutachten, über den Neubau einer Kirche nachzudenken, da die Kosten für eine Renovierung kaum niedriger lagen als für einen Neubau. Doch erst knapp 50 Jahre später, im Jahr 1891, beschloss der Kirchenvorstand eine neue Kirche zu errichten. Architekt des Neubaus war der 1857 in Liebenburg geborene Eduard Wendebourg, der in Hannover Architektur studiert hatte. 1893 begannen die Bauarbeiten, bei denen das alte, nur rund 80 Quadratmeter große Kirchenschiff abgebrochen und durch einen knapp doppelt so großen Neubau ersetzt wurde, der rund 350 Personen Platz bietet. Am dritten Advent 1893, nach einer nur knapp sechsmonatigen Bauzeit, wurde die neue Kirche in einem feierlichen Gottesdienst geweiht. Die eindrucksvolle Kirchturmspitze ist weithin sichtbar, egal von welcher Seite man sich dem idyllischen Stadtteil nähert, in dem gut 500 Einwohner zuhause sind. Das bis heute landwirtschaftlich geprägte Dorf hat ein aktives Vereinsleben, dessen Spektrum vom Gesangverein über den Sportverein bis zur Freiwilligen Feuerwehr reicht."

Hintergrund


Im Jahr 2002 erschien die erste Ausgabe des Journals der Ortsheimatpflege der Stadt Salzgitter als Plattform für Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Heimatpflege. zu präsentieren und wurde mit unregelmäßigem Erscheinungsdatum fortgesetzt. Die Ausgaben 3 (Wasserturm in Lobmachtersen) und 4 (das Hausschlachten) sind noch im Stadtarchiv, im Städtischen Museum Schloss Salder sowie in den Bürger-Centren käuflich zu erwerben.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Ortsheimatpflege in Salzgitter und des 75-jährigen Bestehens der Stadt Salzgitter stellen die Ortsheimatpfleger der Stadt in der jüngsten Broschüre der Reihe die Geschichte ihres Stadtteils auf einer Doppelseite vor (Veröffentlichung geplant im Herbst 2017).


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