Braunschweig

Sanierung des Jödebrunnens: Quelle wird öffentlich zugänglich



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18.08.2014


Braunschweig. Die Sanierung des historischen Jödebrunnenbeckens hat begonnen. Dieses älteste Zeugnis der Braunschweiger Trinkwasserversorgung und bedeutendes Braunschweiger Bau- und Naturdenkmal soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der Jödebrunnen ist eine Quelle im Westen der Stadt, die erstmalig 1345 urkundlich erwähnt wurde. Mit hölzernen, eingegrabenen Leitungen, so genannten 'Pipen' wurde von hier Wasser zum Brunnen auf dem Altstadtmarkt geleitet. Bis zum Bau des Wasserwerks im Bürgerpark (1865) dürfte diese Form der Wasserversorgung Bestand gehabt haben.

Das etwa 41 mal 47 Meter große Quellbecken ist auf drei Seiten mit einer etwa 80 Zentimeter starken und zirka drei Meter hohen Mauer aus Kalkstein eingefasst. Aus archivarischen Unterlagen ist bekannt, dass bereits im 14. Jahrhundert eine dreiseitige Ummauerung mit Kalkstein bestand, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder repariert worden ist. Der Jödebrunnen gilt als bedeutendes stadtgeschichtliches Bau- und Naturdenkmal.

Das Brunnenbecken befindet sich auf einem für die Öffentlichkeit derzeit nicht zugänglichen Gelände, das zu einer dicht bewachsenen Grünzone geworden ist. Durch den intensiven Bewuchs wurde das Mauerwerk des Beckens teilweise erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bereichs am alten Westbahnhof wird auch eine neue Grünverbindung vom Jödebrunnen zur Büchnerstraße realisiert. Dazu zählt die Gestaltung der Freianlagen um das Becken des Jödebrunnens herum, zu der auch Wege und die Schaffung eines kleinen Sitzplatzes an der Westseite des Beckens gehören.

Zur Sanierung des Mauerwerks wurde das Becken zunächst leergepumpt.
Das Beckenmauerwerk wird auf der Beckeninnenseite freigelegt, gereinigt und verfugt. Einzelne Partien mit besonders starken Durchwurzelungsschäden müssen neu aufgemauert werden. Außerhalb des Beckens wird das Mauerwerk soweit erforderlich freigelegt, von Wurzelwerk befreit und neu verfugt. Zerstörte Steine werden materialgerecht ersetzt. Vor der Wiederanfüllung wird das Mauerwerk mit einer Noppenbahn gegen künftige Durchwurzelung geschützt.

Insgesamt sind bis zu 630 m² Mauerwerksfläche zu sanieren. Die vorhandene Mauerabdeckung aus großformatigen Sandsteinplatten wird neu ausgerichtet und vermörtelt. Einzelne Platten sind zu ergänzen. Die Entwässerung des Jödebrunnens erfolgt über einen bestehenden Anschluss in den benachbarten Blumenteich. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für Mitte 2015 vorgesehen.


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