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Schutz vor Infektionen im Krankenhaus: TU forscht an innovativen Baukonzepten



Braunschweig

Schutz vor Infektionen im Krankenhaus: TU forscht an innovativen Baukonzepten

Das Verbundprojekt erforscht, welche baulichen Maßnahmen im Krankenhaus dazu beitragen können, die Übertragung von Krankheitserregern zu vermindern und Infektionen zu verhindern.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

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Braunschweig. Immer mehr Patientinnen und Patienten erkranken an einer sogenannten nosokomialen Infektion, also einer Infektion, die sie während eines stationären Krankenhausaufenthaltes erworben haben. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Betroffenen und die Gesellschaft. Doch welche Möglichkeiten gibt es, eine Infektionsübertragung im Krankenhaus zu vermeiden? Eine Frage, die in Zeiten einer Pandemie noch einmal besondere Bedeutung erhält. Hier setzt das Projekt InnoBRI an, an dem das Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) der Technischen Universität Braunschweig beteiligt ist. Das Verbundprojekt erforscht, welche baulichen Maßnahmen im Krankenhaus dazu beitragen können, die Übertragung von Krankheitserregern zu vermindern und Infektionen zu verhindern. Dies berichtet die TU Braunschweig in einer Pressemitteilung.



Dazu würden die Auswahl von Material und Oberflächen ebenso gehören wie räumliche Strukturen, die bestimmte Arbeitsabläufe des medizinischen Personals bestimmen oder auch die Art und Anzahl der für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellten sanitären Anlagen. Neben der Auswahl dieser sogenannten baulichen Interventionen zur Infektionsunterbrechung wollen die Projektpartner auch ihre Effektivität berechnen – für möglichst einfache, praxisnahe, Kosten-Nutzen-effiziente bauliche Lösungen. Um diese komplexe Aufgabe zu meistern, würden in dem Projekt Architektinnen und Architekten mit Expertinnen und Experten für Krankenhaushygiene, Infektiologie, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie zusammenarbeiten.

Den Anfang macht die Notaufnahme



Untersuchen wolle das Forschungsteam zum Beispiel die Notaufnahme, da hier in Stoßzeiten viele Patientinnen und Patienten mit zunächst ungeklärtem Infektionsstatus zusammentreffen. Diese würden innerhalb kürzester Zeit viele räumliche Bereiche durchlaufen, wie die Anmeldung, die Wartezone, Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie spezielle Diagnostikbereiche. Bei diesen Stationen würden die Patientinnen und Patienten auch immer wieder auf wechselndes medizinisches Personal treffen. Während des Bewegungs-Szenarios auf kleinem Raum könnten vielfältige Übertragungsereignisse stattfinden. Hier setze InnoBRI an: Zum einen gehe es darum, hygienerobuste Materialien und Oberflächen auszuwählen. Zum anderen wollen die Expertinnen und Experten untersuchen, wie zum Beispiel räumliche Strukturen bestimmte Arbeitsabläufe des medizinischen Personals aus infektionspräventiver Sicht unterstützen oder die Zuweisung räumlicher Bereiche für besondere Personen innerhalb eines Infektionsgeschehens die Übertragungsraten senken können.

Neue Herangehensweise


Auf Basis einer systematischen Literaturanalyse und Beobachtungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Daten aus mikrobiologischen Übertragungsstudien sowie standardisierten Interviews mit Nutzerinnen und Nutzern sowie Expertinnen und Experten wolle das Team mögliche bauliche Interventionen identifizieren und in Parameterwerte überführen. In Simulationsstudien würden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deren Effektivität überprüfen.

Diese neue methodische Herangehensweise hebe der Konsortialsprecher des Forschungsverbundes Dr. Jan Holzhausen vom IKE der TU Braunschweig besonders hervor: „Mit der Simulation der Effektivität der baulichen Maßnahmen haben wir erstmals eine Möglichkeit entwickelt, die Wirksamkeit unseres Entwurfes zum Beispiel einer Krankenhaus-Station, auf ihre potenzielle Eigenschaft der Infektionsprävention zu überprüfen und gegebenenfalls nachzusteuern.“

Die Ergebnisse würden in Muster-Baukonzepte überführt und als Planungsempfehlungen für Krankenhäuser aufbereitet. Diese könnten später den Bundesländern als Grundlage für eine Standardisierung Kosten-Nutzen-effizienter Krankenhausneubauten dienen.


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