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Sein bester Freund nahm sich das Leben - Peiner startet große Spendenaktion



Sein bester Freund nahm sich das Leben - Peiner startet große Spendenaktion

Insgesamt 3.000 Euro übergab der Peiner Nils Rosemeyer am heutigen Donnerstag an das Bündnis gegen Depressionen.

Claudia Brasse vom Bündnis gegen Depression freut sich über die 3000 Euro aus der Spendenaktion von Nils Rosemeyer.
Claudia Brasse vom Bündnis gegen Depression freut sich über die 3000 Euro aus der Spendenaktion von Nils Rosemeyer. Foto: Landkreis Peine

Peine. Nach dem Tod seines an Depressionen leidenden Freundes hat der Peiner Nils Rosemeyer eine Spendenaktion gestartet. Insgesamt 3.000 Euro wurden am heutigen Donnerstag an das Bündnis gegen Depression im Landkreis Peine übergeben, wie dieser in einer Pressemitteilung berichtet.



Wenn Nils Rosemeyer an seinen Freund Felix denkt, steigen ihm die Tränen in die Augen. „Felix war so ein lebenslustiger Typ. Er hatte immer einen witzigen Spruch auf Lager und war überall beliebt“, erzählt der 33-Jährige mit brüchiger Stimme. Was niemand im Freundeskreis ahnte: Felix litt an Depressionen, genauer an einer bipolaren Störung. Neben seiner aufgeschlossenen und unbekümmerten Art gab es eine weitere Seite in ihm. Eine Seite, die ihn immer weiter in einen Abgrund zog, aus dem er an einem bestimmten Punkt keinen Ausweg mehr fand. Der Lebensmut verließ ihn. Am 14. Mai 2019 entschloss sich Felix schließlich, sich das Leben zu nehmen.

„Es war ein riesiger Schock für alle, die ihn kannten. Hätte er mit uns über seine Probleme und seine Depression geredet, hätten wir ihm sicherlich helfen können“, ist sich Nils Rosemeyer sicher. Die Trauer um seinen besten Freund hat er bis heute nicht überwunden.


Symbole der Hoffnung und der Träume


Die anfängliche Hilflosigkeit ob des unvorhersehbaren und traumatischen Ereignisses wandelte Nils Rosemeyer in Aktionismus um. Den Tod seines Freundes wollte er nutzen, um auf die Erkrankung hinzuweisen und darauf aufmerksam zu machen, dass es eine Vielzahl von Hilfsangeboten gibt. „Felix hatte ein Tattoo aus vier Symbolen. Der Anker steht für Familie, die Ruhne ist ein Notzeichen, das Herz steht für Liebe und der Berg für Träume, denn sein Lebenstraum war es, einmal den Kilimandscharo zu besteigen“, berichtet Nils Rosemeyer. Felix Eltern hatten dieses Tattoo nach dem Tod ihres Sohnes als Aufkleber drucken lassen. Da kam Nils Rosemeyer die Idee, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Also ließ er nach Rücksprache mit Felix Eltern 240 Aufkleber dieses Tattoos drucken. Über die sozialen Medien wurde die Aktion verbreitet. Um einen Aufkleber zu erhalten, sollte 1 Euro gespendet werden.

Unerwarteter Erfolg


Was dann geschah, macht Nils Rosemeyer noch immer sprachlos. „Ich hatte damit gerechnet, dass wir, wenn es gut läuft um die 200 Euro zusammenbekommen würden“, erinnert er sich. Geworden sind es 3000 Euro. „Ich saß fast nur noch am Handy, weil die Aktion so durch die Decke gegangen ist. Viele Menschen haben 10 oder mehr Euro gespendet, auch ohne den Aufkleber haben zu wollen. Ich bin unbeschreiblich dankbar für jede Spende. So war Felix Tod nicht sinnlos“, sagt Nils Rosemeyer.

Erhalten hat die Spende das Bündnis gegen Depression im Landkreis Peine, dessen Ziel es ist, Erkrankten Hilfe zu bieten und auf das Thema Depression aufmerksam zu machen. Schließlich hat jeder fünfte Deutsche bereits Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht. „Ich bin sehr beeindruckt von dieser tollen Aktion. Damit haben Sie im Nachhinein sehr viel für Ihren Freund getan“, erklärt Claudia Brasse vom Bündnis gegen Depression.


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