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Senioren-Union - Hier geht die Post ab!


Ein Brief von Salder nach Wolfenbüttel vom 20.5.1787. Foto: Privat
Ein Brief von Salder nach Wolfenbüttel vom 20.5.1787. Foto: Privat Foto: Privat

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15.02.2017

Salzgitter. Eberhard Hackbarth informierte bei der Senioren-Union Salzgitter über die Entstehung und Organisation des Postwesens im Fürstentum Braunschweig.



Es habe 1486 mit einer „Landesherrlichen Botenpost“ zwischen Wolfenbüttel über Seesen nach Ansbach begonnen. Die Fürstliche (später Herzogliche) Post sei (mit Unterbrechungen) bis 1868 zuständig gewesen und sei mit Gründung des Norddeutschen Bundes in den Norddeutschen Postbezirk überführt worden.

Ab 1742 habe eine Verordnung die Einrichtung privater Postexpeditionen zum Sammeln von Postsendungen geregelt, die von Schulmeistern oder sonst geeigneten Leuten geführt worden seien. Die Botengänge zum Anschluss an die Postlinie oder in Orte ohne Postanstalt hätten die Hausbesitzer „reihum“ als sogenannte „Reiheboten“ ausführen müssen. Auf den Sendungen sei vermerkt vorden: „Durch Reiheboten“, „von der Reihe“ beziehungsweise „Durch Reiheboten befördert“.

In der Napoleonischen Zeit übernahm das Königreich Westphalen den Postbetrieb


Der Norden Salzgitters sei vom Postamt Wolfenbüttel versorgt worden. Die Zustellung sei von 1743 bis 1791 über Barum gelaufen. Die Station sei dann nach Immendorf verlegt worden und habe den Bereich bis 1851 versorgt. In der Napoleonischen Zeit (1806 bis 1813) habe das Königreich Westphalen den Postbetrieb übernommen. Die Organisation sei jedoch nicht verändert worden, die Postexpedition Immendorf sei weiter von der Familie Niehoff geführt worden. Ab 1851 seien Sendungen von Wolfenbüttel zur Postexpedition nach Salder transportiert worden, Immendorf sei parallel bis 1860 in Betrieb geblieben. Ab 1860 sei ein Teil des Salzgitter-Gebietes direkt aus Wolfenbüttel versorgt worden. Während Immendorf aufgehoben worden sei, sei Salder noch in Betrieb geblieben. Mit der Übernahme des Postwesens auf den Norddeutschen Bund habe das Herzoglich-Braunschweigische Postwesen geendet. In dem Zuge sei die Station Salder nach Lesse verlegt worden. Nach Gründung des Kaiserreiches sei 1872 in Barum wieder ein Postamt errichtet worden. 15 Jahre später sei statt Wolfenbüttel wieder Barum in Betrieb genommen worden. Mit der Übernahme des Postversands durch die Reichspost seien die Postämter Barum und Lesse 1872 aufgehoben worden.[image=433340 alignright]

Eberhard Hackbarth habe in seinem Vortrag zahlreiche Beispiele historischer Briefe gezeigt und die postalischen Vermerke erläutert. Der älteste Brief sei aus dem Jahr 1789 gewesen. Auf einem Brief von 1810 seien die Gebühren in Franc und Centimes sowie in braunschweigischer Währung (2 Thaler und 9 Gute Groschen) gewesen. Den Abschluss habe ein Bild aus Lesse vom letzten Tag der Postagentur mit den „Requisiten“ älterer und neuerer Zeit gebildet.

Vor dem Dienstgebäude der Post am Hohen Tor 3 vom 1. April 1934 bis zum 31. Dezember 2003: v. r. Postauto, Briefkasten, Telefonzelle und Verteilerkasten für Telefon und Internet. Einhundert Jahre vorher fuhr noch die Postkutsche täglich zwischen Woltwiesche und Osterlinde im Post- und Personenverkehr.


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