Sie sind hier: Region >

Sensationsfund: Mammut-Stoßzahn bei Fundamentarbeiten entdeckt



Braunschweig | Gifhorn | Goslar | Helmstedt | Peine | Salzgitter | Wolfenbüttel | Wolfsburg

Sensationsfund: Mammut-Stoßzahn bei Fundamentarbeiten entdeckt

Bei Grabungen für einen Masten der Höchstspannungsleitung zwischen Salzgitter-Lesse und Holle wurde der etwa 80 Zentimeter lange Stoßzahn im Landkreis Hildesheim gefunden.

Ende November wurde bei Fundamentarbeiten für einen neuen Masten in der Gemeinde Bockenem im Landkreis Hildesheim der Stoßzahn eines Mammuts entdeckt.
Ende November wurde bei Fundamentarbeiten für einen neuen Masten in der Gemeinde Bockenem im Landkreis Hildesheim der Stoßzahn eines Mammuts entdeckt. Foto: TenneT TSO GmbH

Artikel teilen per:

Bockenem. Ende November wurde bei Fundamentarbeiten für einen neuen Masten der Höchstspannungsleitung zwischen Salzgitter-Lesse und Holle in der Gemeinde Bockenem im Landkreis Hildesheim der Stoßzahn eines Mammuts entdeckt. Der Fund wurde bereits bestätigt und sachgerecht dokumentiert. Das berichtet die TenneT TSO GmbH in einer Pressemitteilung.



Mit der 380.000-Volt Höchstspannungsleitung Wahle - Mecklar ist mit 230 Kilometern die längste Drehstromleitung Deutschlands im Bau, 50.000 Tonnen Maststahl und 55.000 Kubikmeter Fundamentbeton werden verbaut. Wahle - Mecklar baut mit 13 Kilometern die in Deutschland derzeit längste Teilerdverkabelungsstrecke im Drehstrombereich zwischen Lesse und Holle und führt auf dieser Strecke mit 750 Metern auch die längste Bohrung für die Erdkabelleitung durch. Ein archäologischer Sensationsfund bei Fundamentarbeiten für einen neuen Masten bei Störy in der Gemeinde Bockenem im Landkreis Hildesheim sorgt dafür, dass das Infrastruktur-Großprojekt buchstäblich zu einem „Mammut-Projekt" wird.

Schon diverse archäologische Funde gemacht


Ein Archäologenteam aus Göttingen begleitet seit Baubeginn auf der gesamten Leitungstrasse die Arbeiten, um archäologisch relevante Spuren im Boden zu erfassen. Bisher kamen bereits 2.500 Jahre alte Siedlungsreste, eine Nadel aus der Bronzezeit, eine Siedlung aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten der römischen Kaiserzeit und Flurgrenzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zutage. Im November wurde bei Ausschachtungen für ein Mastfundament in zweieinhalb Metern Tiefe ein noch um viele tausend Jahre älterer Fund gemacht und seine Echtheit ist jetzt bestätigt: der Stoßzahn eines Mammuts. Der Sorgfalt der Baufirma, die für das Ausschachten beauftragt war, ist es zu verdanken, dass die in geringeren Tiefen arbeitenden Archäologen den Fund sichern konnten. Das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, wo der Mammut-Stoßzahn aktuell für eine Restauration aufbereitet wird, wird den Fund in der Fachwelt publizieren.

Der etwa 80 Zentimeter lange Stoßzahn gehörte wahrscheinlich einem Wollhaar-Mammut, das in seiner Größe heutigen Elefanten entspricht. Weitere Überreste des Mammuts oder sogar Spuren eiszeitlicher Jäger konnten die Grabungstechniker der Archäologen nicht nachweisen. Mammuts sind Tiere der Eiszeit, die in der Kältesteppe südlich der Gletscherlinien verbreitet waren. Ihr Lebensraum erstreckte sich vom westlichen Europa über Sibirien bis nach Alaska. In Europa verschwanden die Mammuts mit dem Rückgang der Gletscher, der für Steppentiere ungünstigen zunehmenden Bewaldung sowie zunehmender Bejagung vor etwa 12.000 Jahren. Der gefundene Stoßzahn konnte bisher noch nicht datiert werden. Aufschluss über das Alter wird möglicherweise auch die Bodenkundliche Baubegleitung der TenneT geben können, die die Bodenschicht genauer bestimmen kann.


zur Startseite