Sicherheit im Winter: TÜV-Experte gibt Tipps für Autofahrer

Für eine sichere Fahrt bei Eis und Schnee sollten Autofahrer einiges beachten.

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Symbolbild. | Foto: Pixabay

Region. Eisige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse fordern Autofahrer aktuell heraus. Von schwächelnden Batterien bis zu tückischer Reifglätte – die kalte Jahreszeit verlangt volle Konzentration und ein technisch einwandfreies Fahrzeug. Marc Winkler, Leiter der TÜV NORD Station Wolfenbüttel-Halchter, gibt wertvolle Praxistipps für eine sichere Fahrt durch den Frost.



Vereiste Scheiben seien ein Sicherheitsrisiko. Wer zum Eiskratzer greife, sollte mit wenig Druck von oben nach unten arbeiten, um Schäden am Glas zu vermeiden. „Verzichten Sie beim Enteisen unbedingt auf heißes Wasser. Der thermische Schock kann die Scheibe sofort reißen lassen“, warnt Winkler. Vorbeugend gegen den Frost helfen Abdeckplanen. Wichtig: Das Fahrzeug muss vor dem Start vollständig von Eis und Schnee befreit sein, sonst drohen Bußgelder.

So bleibt die Elektronik bei Starthilfe heil


Wenn die Batterie bei Minusgraden kapituliert, hilft oft nur Starthilfe. Damit die Bordelektronik keinen Schaden nimmt, sei die richtige Reihenfolge entscheidend: Das rote Kabel an den Pluspol des Spenderfahrzeugs und dann an den Pluspol des Pannenautos klemmen. Das schwarze Kabel an den Minuspol des Spenderfahrzeugs und das andere Ende an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock oder Karosserieteil des liegengebliebenen Autos befestigen – niemals direkt an die entladene Batterie, da Explosionsgefahr durch Knallgas besteht. Motor des Spenderfahrzeugs starten, kurz warten, dann das Pannenauto anlassen. Vor dem Abklemmen im Pannenfahrzeug einen elektrischen Verbraucher wie Licht oder Gebläse einschalten, um mögliche Spannungsspitzen abzufangen. Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen und die Batterie durch eine längere Fahrt oder gezieltes Nachladen wieder stabilisieren.

Risiko Blitzeis


Blitzeis bleibt oft unsichtbar und hebelt selbst Winterreifen oder Assistenzsysteme aus. Wer bei extremen Wetterwarnungen unnötige Fahrten vermeide, erhöhe nicht nur die eigene Sicherheit, sondern bewahre auch seinen Versicherungsschutz, da bei grober Fahrlässigkeit Leistungskürzungen drohen können. „Sollte das Fahrzeug dennoch rutschen: Ruhe bewahren, auskuppeln bzw. Fuß vom Gas nehmen und behutsam in die Richtung lenken, in die das Heck ausbricht“, rät der TÜV-Experte. Reifglätte drohe besonders auf Brücken und in Waldschneisen; hier seien sanftes Beschleunigen und großer Abstand unbedingt einzuhalten.

Vorsicht beim Überholen von Räumfahrzeugen


Streufahrzeuge haben im Winter Vorrang. Zwar ist Überholen erlaubt, wird aber nicht empfohlen. „Hinter dem Pflug ist die Fahrbahn geräumt, davor herrscht oft Chaos. Zudem behindern aufgewirbeltes Salz und Schnee die Sicht enorm“, erklärt der Stationsleiter. Sicherheit gehe in jedem Fall vor Schnelligkeit.

Schlaglöcher als unsichtbare Gefahr


Frost sprengt den Asphalt auf. Wer ein Schlagloch übersieht, riskiere Schäden an Felgen, Fahrwerk oder Reifen. Falls es zum Kontakt kommt: „Dokumentieren Sie den Schaden und das Schlagloch umgehend mit Fotos. Unabhängige Gutachten von Prüfgesellschaften wie TÜV NORD helfen später bei der Beweissicherung und bei allen Haftungsfragen“, empfiehlt Marc Winkler abschließend.

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