Sie sind hier: Region >

Sickte will zukünftig mit Schilf seinen Klärschlamm verarbeiten



Wolfenbüttel

Sickte will zukünftig mit Schilf seinen Klärschlamm verarbeiten

In Sickte will neue Wege in der Klärschlammverarbeitung gehen. Das Kernstück des Neubaus sollen drei Schilfbeete bilden.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

Artikel teilen per:

Sickte. Im April 2020 habe die Samtgemeinde Sickte einen Vertrag zum Bau einer EKO-PLANT* Klärschlammvererdungsanlage unterschrieben, nun stünden die Bagger bereit. Sobald die schriftliche Baugenehmigung eingeht, fände der offizielle Spatenstich statt und die Bauarbeiten könnten beginnen. Das berichtet die Samtgemeinde in einer Pressemitteilung.



Bereits 2017 habe die Samtgemeinde Sickte Gespräche mit der EKO-PLANT GmbH aufgenommen, um das Klärschlammmanagement auf neue Füße zu stellen. Die Samtgemeinde Sickte als Auftraggeber investiere für das Projekt inklusive des erforderlichen Grunderwerbs 2,37 Millionen Euro (brutto). Im Vorfeld hätten Vertreter von Samtgemeinde und Rat eine ähnliche Anlage besichtigen können. Der Besuch habe überzeugt und auch die Sorge um Geruchsprobleme ausgeräumt.

Hochtechnologie mit Schilf


Kernstück der neuen, rund 17.000 Quadratmeter großen Anlage, seien die drei Schilfbeete. Auf sie flößen künftig durch ein System von Rohrleitungen, Pumpen und Schiebern 14.000 Kubikmeter Nassschlamm pro Jahr. In den Beeten entzögen die Schilfpflanzen durch Verdunstung dem Klärschlamm einen Teil des Wassers, der andere Teil sickere durch die Wurzelschicht und eine spezielle Filter- und Substratschicht zur Kläranlage zurück. Die Feststoffe des Klärschlamms verblieben dagegen im Beet, wo sie mithilfe von Mikroorganismen mineralisiert würden.


Auf diese Weise verringere sich die Schlammmenge um mehr als 90 Prozent. Zusätzliche Energie würde lediglich für die vollautomatische Steuerungselektronik und die Pumpen benötigt. Dieser "äußerst geringe Energieverbrauch" senkt nach Aussage der Samtgemeinde nicht nur die Betriebskosten, er führe auch zu einer CO2-Einsparung. Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb unterstreicht: „Mit der Vererdungsanlage reduzieren wir die Entsorgungskosten und erhöhen die Entsorgungssicherheit des Klärschlamms.“

Nach etwa acht bis zehn Jahren Betrieb erhielte das erste Beet dann eine Ruhephase ohne Schlammzufuhr. In dieser Zeit werde der bereits im Beet enthaltene Schlamm weiterhin entwässert und abgebaut. Die Klärschlammerde, die bei der anstehenden Räumung anfalle, ließe sich etwa landwirtschaftlich oder thermisch verwerten. Nach der Räumung werde das Beet erneut mit Klärschlamm beschickt und der Vererdungszyklus begänne von vorn.


zur Startseite