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So brutal frisst sich der Borkenkäfer durch unseren Wald



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So brutal frisst sich der Borkenkäfer durch unseren Wald

Die Schäden sind immens und verändern den Wald nachhaltig.

von Axel Otto


Das Waldsterben wird in diesem Jahr weiter gehen.
Das Waldsterben wird in diesem Jahr weiter gehen. Foto: Pixabay

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Harz. Der Wald verändert sein Gesicht. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Borkenkäfer explosionsartig vermehrt und seine Spuren im Wald hinterlassen. Sein einst grünes und mit Fichtenbeständen durchzogenes Gesicht hat der Harz in dieser Form verloren.



Schuld ist der Borkenkäfer, wer ist das und warum vermehrt er sich dermaßen?


Die zu trockenen Sommer begünstigten die massenhafte Vermehrung, den Fichten fehlte schlicht das Wasser, um genügend klebrigen Harz zu produzieren, mit dem er den Käfern den Gar aus macht. Im Prinzip ist der Borkenkäfer ein Indikator für den Klimawandel.


Was passiert im Baum?


Sobald es warm wird, wird der gefräßige Käfer aktiv und schwärmt aus. Er bohrt sich durch die Rinde der Bäume und legt seine Eier (bis zu 200.000 Eier sind es im Laufe eines Jahres). Die sich entwickelnden Larven fressen sich zwischen Rinde und dem Holz (dem sogenannten Cambium) was die Wasserleitungen des Baumes zerstört und er anschließend vertrocknet. Es gibt 100 verschiedene Arten, aber nur zwei machen sich über die Fichte her, der Buchdrucker und der Kupferstecher. Im Hitzesommer 2018 waren die Bedingungen für den Borkenkäfer so ideal, das er sich bis zu dreimal vermehren konnte, berichtet das Niedersächsische Landesforstamt in einer Pressemitteilung.

Der Buchdrücker frisst sich entlang der Rinde und hinterlässt seine typischen Spuren die an Buchseiten erinnern.
Der Buchdrücker frisst sich entlang der Rinde und hinterlässt seine typischen Spuren die an Buchseiten erinnern. Foto: Landesforsten Niedersachsen



Was passiert jetzt mit dem Wald?


Der Wald ist im Wandel und wird sein altes Gesicht wiederbekommen das er, bevor schnell wachsende Fichten angesiedelt wurden, schon immer hatte. Es ist jetzt schon zu beobachten das sich da etwas tut, Pionierpflanzen wie die Vogelbeere oder Esche machen sich breit und aus dem einstigen Nadelwald wird ein gesunder Mischwald entstehen, der dem Klimawandel mehr entgegenzusetzen hat.

Der Borkenkäfer mit seiner Larve.
Der Borkenkäfer mit seiner Larve. Foto: Pixabay


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