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Sommerlochfestival steht unter dem Motto „Du hast die Wahl!“


Am 14. Juli startet das Sommerlochfestival unter dem Motto „Du hast die Wahl!“. Archivfoto: Thorsten Raedlein
Am 14. Juli startet das Sommerlochfestival unter dem Motto „Du hast die Wahl!“. Archivfoto: Thorsten Raedlein

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19.06.2017

Braunschweig. Vom 14. bis 29. Juli 2017 findet in der Löwenstadt wieder das Sommerlochfestival statt. In diesem Jahr steht die Veranstaötung unter dem Motto: „Du hast die Wahl!“. Der Startschuss zum Festival gibt Oberbürgermeister Ulrich Markurth am 14. Juli mit dem Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus.


Das Sommerlochfestival engagiert sich seit nunmehr zwei Jahrzehnten unermüdlich für die Rechte und die Anerkennung lesbischer, schwuler, bisexueller und trans* Menschen (kurz LGBT) und ist mittlerweile zu einer festen Institution in der Löwenstadt geworden. Das größte Politik- und Kulturevent seiner Art in Niedersachsen präsentiert sich in diesem Jahr unter dem Motto „Du hast die Wahl!“ und steht unter der Schirmherrschaft von Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages.

In vielen Teilen Europas und der Welt scheint die gesellschaftspolitische Entwicklung der letzten Jahren nur eine Bewegung zu kennen: den Rückwärtsgang. Eine unmotivierte Angst vor allem Fremden wird befeuert durch populistische Parolen, die Ausgrenzung statt Akzeptanz fordern. Autokraten allerorten unterdrücken Menschenrechte und Meinungsfreiheit und verhindern jeglichen demokratischen Diskurs quasi per Dekret und Handstreich. Angesichts dessen bleiben auch LGBT-Rechte auf der Strecke: eine aktuelle Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes deckt auch für Deutschland wieder deutlichere Vorbehalte gegenüber der Sichtbarkeit homo- und transsexueller Lebensweisen in der Öffentlichkeit auf.

Braunschweig setzt Zeichen



Am Rathaus wird die Regenbogenflagge gehisst. Foto: Sina Rühland



Vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl soll mit dem diesjährigen Sommerlochfestival/CSD Braunschweig wieder ein deutliches Zeichen für Gleichstellung und Vielfalt gesetzt werden, um an die Verantwortung jedes Einzelnen zu appellieren, freiheitliche Werte zu schützen und den Respekt vor der Würde des Menschen zu bewahren. Während die Diskussion um die Rehabilitierung nach §175 StGB verurteilter Homosexueller mittlerweile positiv verläuft, bleibt Deutschland bei der Eheöffnung weiterhin Entwicklungsland. Obgleich von einem großen Teil der Bevölkerung befürwortet und der Mehrheit der Parteien im Parlament politisch unterstützt, scheitert jeglicher Vorstoß bislang an der unionsgeführten Bundesregierung. Es ist zudem zu befürchten, dass die Debatte hierüber im nahen Koalitionspoker erneut zum Spielball wird. Doch auch LGBT-Rechte sind Menschenrechte und somit als Voraussetzung für eine offene und vielfältige Gesellschaft nicht verhandelbar, schon gar nicht aus politischem Kalkül.
Somit will das Sommerlochfestival | CSD Braunschweig 2017 dazu beitragen, dass les.bi.trans*.schwule Menschen ohne Angst vor Vorurteilen und Diskriminierung leben können: in einer bunten und vielfältigen Gesellschaft - in Braunschweig, Deutschland und auf der ganzen Welt. Innerhalb eines zweiwöchigen Rahmenprogramms bietet das Festival hierzu zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Kinoabende, bevor es am 28. und 29. Juli mit den Kundgebungen auf dem Schlossplatz sowie der CSD-Demonstration durch die Innenstadt seinen Höhepunkt findet.

Höhepunkte aus dem Festivalkalender


Freitag 14. Juli, 15 Uhr, Platz der Deutschen Einheit:Der offizielle Startschuss: Oberbürgermeister Ulrich Markurth hisst die Regenbogenflagge vor dem Rathaus der Stadt Braunschweig.
Montag, 17. Juli, 20 Uhr 30, C1 Cinema:Das QueerCinema zeigt das australische Roadmovie „All About E“ über eine DJane, die sich mit einem gefundenen Koffer Geld ins wilde Outback flüchtet, um ihre Liebe zur hübschen Trish zu leben.
Sonntag, 23. Juli, 18 Uhr, Café der Braunschweiger AIDS-Hilfe: „Rosa Winkel, Regenbogen und Rote Rosen“: Der Historiker Erwin In Het Panhuis stellt in seinem Vortrag schwule Symbole im Film und ihre Geschichte vor.
Montag, 24. Juli, 20 Uhr 30, C1 Cinema: Regisseur Barry Jenkins erzählt in seinem mit dem Oscar als bester Film ausgezeichneten Drama "Moonlight" gefühlvoll von der Identitätsfindung eines jungen schwulen Afroamerikaners in Miami.
Mittwoch, 26. Juli, 19 Uhr 30, Café der Braunschweiger AIDS-Hilfe: „Und ich dachte, Du bist schwanger!“ - 15 Jahre nach Erscheinen ihres Coming-out-Buches erkunden Meike Watzlawik und Friederike Wenner die Entwicklung der letzten Jahre.
Freitag, 29. Juli, 18 Uhr, Schlossplatz: Auftaktkundgebung mit Kleinkunst und Kabarett – umsonst und draußen: u.a. mit Irmgard Knef, Queens of Spleens, Familie Malente und Schneewittchen. Moderation: Marcel Bijou.
Samstag, 30. Juli, 13 Uhr, Innenstadt: Vom Kleinen Haus zum Schlossplatz: die CSD-Demo quer durch die Braunschweiger Innenstadt.
Samstag, 29. Juli, 15 Uhr, Schlossplatz: Abschlusskundgebung mit zahlreichen Informations- und Aktionsständen, dazu ein buntes Bühnen- programm aus Politik und Information, Musik und Comedy. Dabei u. a.: Dirty Honkers, Jan & Ilse, Ela Querfeld, Riverside Road, Jordan Hanson, Daphne de Luxe und Johnathan Celestin. Moderation: Betty LaMinga und Jan Martensen.
Samstag, 29. Juli, 22 Uhr, Discoturm am Gieseler: PrideNight 2017: die offizielle CSD-Abschlussparty auf drei Ebenen mitten im Herzen von Braunschweig.


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