Braunschweig

Sonderausstellung: "Kunst setzt Zeichen!"


Pascha Johann Friedrich Weitsch (1723–1803), Brockenpanorama, vom Kleinen Fallstein aus gesehen, um 1775. Foto: C. Cordes, Herzog Anton Ulrich-Museum
Pascha Johann Friedrich Weitsch (1723–1803), Brockenpanorama, vom Kleinen Fallstein aus gesehen, um 1775. Foto: C. Cordes, Herzog Anton Ulrich-Museum

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23.10.2018

Braunschweig. Die Ursprünge, Tugenden und Werte des „alten Europa“ in 275 Kunstwerken von der Antike bis heute.

„Kunst setzt Zeichen“ lautet die These und der Titel der großen Sonderausstellung, mit der sich Museumsdirektor Prof. Dr. Jochen Luckhardt nach fast drei Jahrzehnten im Amt aus den Diensten des Herzog Anton Ulrich-Museums verabschiedet.

Vom 24. Oktober 2018 bis zum 20. Januar 2019 wird sein persönliches „best of“ aus den genau 4410 Kunstwerken präsentiert, die seit 1990 als Neuerwerbungen den Weg in die Sammlungen des Museums gefunden haben. Das berichten die Niedersächsischen Landesmuseen Braunschweig.

Die Präsentation der 275 Kunstwerke erfolgt nicht gemäß künstlerischer Materialien oder den Jahrhunderten ihrer Entstehung von der Antike bis zur Gegenwart. Stattdessen wird in einzelnen Themengruppen zur Diskussion gestellt, wie sich Werte, Vorbilder und Gegenbilder von Menschen in Kunstwerken spiegeln und wie sie sich von der Antike bis heute im Gebiet des „alten Europa“ gewandelt haben. Der Begriff „altes Europa“ charakterisiert dabei die Länder zwischen St. Petersburg und Lissabon, Oslo und Malta, auch unabhängig von der Europäischen Union, als traditionellen gemeinsamen Kulturraum.

Besonderen Fokus legt die letzte Ausstellung des langjährigen Direktors auch auf kindgerechte Vermittlung des für ein jüngeres Publikum anspruchsvollen Projektes. Ein 24-seitiges Begleitheft stellt eine Reihe von niedrigschwelligen Rätsel- und Zeichenaufgaben, die die Kinder auf eine kreative und vor allem unterhaltsame Reise durch die Kunstgeschichte schicken – begleitet vom handgezeichneten Direktor-Alter-Ego persönlich!

„Kunst setzt Zeichen – treffender hätten Prof. Dr. Luckhardt und sein Team den Titel der neuen Ausstellung nicht wählen können. Eindrucksvoll können wir hier erleben, auf welche Weise in der Kunst die großen Themen der Menschheit verhandelt werden“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Prof. Dr. Luckhardt hat das Herzog Anton Ulrich-Museum fast drei Jahrzehnte mit Enthusiasmus und Weitblick geführt. Es ist seinem großen Engagement zu verdanken, dass so viele hochkarätige Werke ihren Weg nach Niedersachsen gefunden haben.“

Von Sammlern und Sammlungen


Das Herzog Anton Ulrich-Museum ist seit seiner Gründung einer europäischen Sammlungstradition verpflichtet. Schon Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, die prägendste Sammlerpersönlichkeit des Hauses, reiste begeistert quer durch Europa, immer auf der Suche nach neuen, ausdrucksstarken Kunstwerken für seine Sammlung. Auch die Neuerwerbungen seit dem Jahr 1990 stehen in dieser Tradition und fügen sich nahtlos in die bestehenden Sammlungen ein. Ob ein Bergkristallkreuz aus der Zeit um 1400, die Elfenbeinstatuetten „Herbst“ und „Winter“ des namhaften Bildhauers Balthasar Permoser, zwölf Goldringe aus der Ringsammlung König Ernst Augusts von Hannover oder Selbstbildnisse von Ludger tom Ring, Marc Chagall, Käthe Kollwitz, Otto Dix und Georg Baselitz – bildgewaltig und bewegend erzählen sie vom Raum und Zeit überschreitenden menschlichen Ringen mit Liebe und Leid, Macht und Ohnmacht, Tugend und Laster, Vernunft und Gefühl, Leben und Sterben.

Ausstellungsgliederung


Verteilt auf fünf Ausstellungsräume gehen Besucherinnen und Besucher auf eine Entdeckungsreise durch europäische Kultur- und Kunstgeschichte von der Antike bis heute. Ausgehend von den christlichen Tugenden Glaube – Liebe – Hoffnung, schon von Apostel Paulus im ersten Brief an die Korinther als die zentralen christlichen Tugenden definiert, führt der Weg zu den Themen „Wiedergabe: Europa und Europäer im Blick“ und „Sinnbild: Verschlüsselte Bilder und Objekte“ hin zum „Selbstwert: Ansichten des Ich“. Der umfangreiche farbig bebilderte Katalog zur Ausstellung dient zugleich als eine Art Reiseführer durch die Ausstellung wie auch als inhaltsreiches Souvenir für das eigene Wohnzimmer.

Angebote für Kinder


Besonderes Augenmerk wurde bei der Sonderausstellung auf kindgerechte Vermittlungsangebote gelegt. Zur Ausstellung erscheint ein 24-seitiges Rätsel- und Zeichenheft für Kinder ab 6 Jahren, das kostenlos an der Museumskasse erhältlich ist. Bei Wiederholungs- besuchen erhalten Kinder nach Vorlage des Heftes freien Eintritt.

Highlight ist ein kreativer Malwettbewerb, bei dem die Fantasie der Kinder gefordert ist. Gefragt wird nach einer Idee, womit Prof. Dr. Luckhardt in Zukunft seine Zeit verbringen könnte. Beschäftigt er sich weiterhin mit Kunst? Findet er ein neues interessantes Hobby? Der Direktor ist gespannt auf die Ergebnisse.


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