Wolfenbüttel

Sonderführung in der Herzog August Bibliothek


Gilbertus Anglicus: Compendium medicinae, Frankreich, 13. Jahrhundert. Foto: HAB
Gilbertus Anglicus: Compendium medicinae, Frankreich, 13. Jahrhundert. Foto: HAB

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06.12.2016

Wolfenbüttel. Patrizia Carmassi gewährt am Freitag, den 9. Dezember 2016, um 15 Uhr in einer Sonderführung durch die Ausstellung „Retter der Antike. Marquard Gude auf der Suche nach den Klassikern“ Einblicke in die private Handschriftenkollektion, so die Herzog August Bibliothek.



Im Laufe seines Lebens habe der Philolo­ge, Inschriftenforscher und Bibliothekar Marquard Gude (1635–1689) mit großem Eifer, intensiver Reisetätigkeit und erheb­lichem finanziellen Aufwand eine Sammlung lateinischer und griechischer Handschriften des Mittelalters und der Renaissance erworben. Diese Sammlung enthalte Raritäten, die für die Überlieferung antiker und mittelalterlicher Klassiker von größter Bedeutung seien. Erstmalig würden in einer Ausstellung verschiedene Teile der ehemaligen Gudischen Sammlung (Handschriften, gedruckte Bücher, Briefe, Porträts) sowie Dokumente über ihre Geschichte präsentiert. Gegenwärtig bestehe diese Sammlung in der Herzog August Bibliothek aus 478 Bänden und es sei einer Konjunktur und dem Engagement von Gottfried Wilhelm Leibniz zu verdanken, dass die meisten mittelalterlichen Handschriften aus der Bibliothek Marquard Gudes (1635-1689) von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1710 erworben wurden. Die Auseinandersetzung mit antikem Stoff im Laufe der Jahrhunderte werde ferner durch Kunstwerke aus der Malerbuchsammlung der Herzog August Bibliothek beleuchtet.
In Kooperation mit dem Center for the Study of Manuscript Cultures der Universität Hamburg wurden mittels der aktuellsten Systeme zur hochauflösenden multispektralen Digitalisierung die neu entdeckten Palimpsestblätter mit Zeichnungen in einer Handschrift aus der Sammlung Gude wieder und besser sichtbar gemacht. Die Handschrift sei in der Ausstellung zu sehen.
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Gilbertus Anglicus: Compendium medicinae, Frankreich, 13. Jahrhundert. Foto: HAB

Die Sonderführung mit der Kuratorin der Ausstellung, Patrizia Carmassi, biete Interessierten die Möglichkeit, Näheres zu der Sammlung der Gudischen Handschriften sowie zu einzelnen Exponaten der Ausstellung zu erfahren. Der Eintritt zur Sonderführung ist frei. Zu Marquard Gude empfehle sich der Sammelband Retter der Antike. Marquard Gude (1635-1689) auf der Suche nach den Klassikern, herausgegeben von Patrizia Carmassi, Wolfenbütteler Forschungen Band 147 (Wiesbaden 2016), 576 Seiten mit 129 s/w-Abb. und 20 Farbabbildungen, ISBN: 978-3-447-10659-7, 82 Euro. Weitere Informationen zur Sonderführung und zur Ausstellung gibt es unter der Telefonnummer 05331/808-214 oder "www.hab.de".


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