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Sozialatlas 2016: So haben sich die Stadtteile entwickelt



Braunschweig

Sozialatlas 2016: So haben sich die Stadtteile entwickelt

von Alexander Dontscheff


Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Hartmut Dybowski, Leiter des Sozialreferats und Autor der Studie, stellten den Sozialatlas 2016 vor. Foto: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Nach 2013 wurde jetzt von der Stadt Braunschweig ein neuer Sozialatlas veröffentlicht. Unter dem Titel "Stadtteilprofile 2016" wurde die Entwicklung verschiedener sozialer Indikatoren der letzten zehn Jahre, aufgeteilt in 30 geografische Planungsbereiche, analysiert.



"Gefühlt wissen wir immer, dass es irgendwo Probleme gibt, aber wirklich belegbar ist es nicht. Durch den neuen Sozialatlas haben wir jetzt belastbares Zahlenmaterial, anhand dessen wir gezielt Projekte anschieben können", erklärte Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke.

Die Gesamtentwicklung der Stadt ist durchaus positiv. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 26,5 Prozent an. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen sank um 39 Prozent, die der Bezieher von Grundsicherungsleistungen nach SGB II (Hartz IV) um 28 Prozent. Doch die Entwicklung in den Stadtteilen ist höchst unterschiedlich, und die Schere geht auch weiter auseinander, wie Hartmut Dybowski, Leiter des Sozialreferats und Autor der Studie betonte. Im Sozialatlas kann man detailliert nachvollziehen, wie sich einzelne Indikatoren wie etwa der Anteil der Kinder unter sechs Jahren, die in SGB II-Bezug stehen, oder Zahnuntersuchungen schulpflichtiger Kinder auch im Vergleich zur Gesamtentwicklung der Stadt stehen.

Konzentration von Armut nicht hinnehmen


"Eine zunehmende Konzentration von Armut und damit einhergehenden sozialen Problemen auf einige wenige Stadtteile ist nicht hinnehmbar und steht im Widerspruch zu der vom Rat geforderten sozialen Durchmischung", betonte Dr. Andrea Hanke. Die Sozialverwaltung werde sich künftig verstärkt um die Gewinnung und Präsentation von Daten bemühen, um sozialpolitisches Agieren auf kommunaler Ebene noch besser steuern zu können. Ein weiterer Sozialatlas ist für 2019 geplant.

Eine Prognose für die kommenden Jahre wagt der Sozialatlas nicht. Dafür gebe es laut Hartmut Dybrowski zu viele Unwägbarkeiten wie die weltpolitische Lage, die Wirtschaftsentwicklung aber auch lokale Faktoren wie Zuwanderung oder die VW-Krise. Zudem gebe es beim Abbau des Sockels der Langzeitarbeitslosen keine Fortschritte."Vieles deutet also daraufhin, dass sich der positive Trend der letzten Jahre in dieser Form nicht fortsetzen werde," so Dybrowski.

Die komplette Studie kann im Internet unter www.braunschweig.de/sozialatlas eingesehen werden.


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