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Sozialtreff: "Rampen für Goslar" fördert Inklusion in Vienenburg



Goslar

Sozialtreff: "Rampen für Goslar" fördert Inklusion in Vienenburg

von Anke Donner


Fritz Holzbach und Peter König vor dem Gebäude, in dem ein Inklusiv-Treff entstehen soll. Fotos: Anke Donner
Fritz Holzbach und Peter König vor dem Gebäude, in dem ein Inklusiv-Treff entstehen soll. Fotos: Anke Donner

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Vienenburg. Der Verein "Rampen für Goslar" geht auch drei Jahre nach der Vereinsgründung seinen Weg, Menschen mit Handicap zu unterstützen, unbeirrt weiter. Nun steht schon das nächste Projekt in den Startlöchern, wie Peter König, erster Vorsitzender des Vereins, im Gespräch mit regionalHeute.de erzählt. In Vienenburg soll ein sozialer Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen.



Vereinsmitglied Fritz Holzbach hat im August das Gebäude gekauft, in dem der Treffpunkt eröffnet werden soll. Zu einem Freundschaftspreis, wie er sagt. "Ich glaube, der Vorbesitzer fand einfach den Gedanken, dass wir hier einen Sozialtreff entstehen lassen wollen, sehr gut. Also hat er mir ein gutes Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnten", so Fritz Holzbach.

Nun sind die Umbauarbeiten in der ehemaligen Fleischerei Schlüter in der Reichenberger Straße bereits voll im Gange. Auf den rund 70 Quadratmetern soll ein Treffpunkt für Menschen mit und ohne Handicap entstehen. Dazu werden derzeit alle erforderlichen Maßnahmen getroffen. Der barrierefreie Zugang zum Gebäude, zu den Toiletten und der Küche muss sichergestellt werden. Das bedeutet, das Türen verbreitert, Rampen und Lifter angebracht und elektrische Türöffner installiert werden. Fritz Holzbach tritt dafür erst einmal in Vorkasse und finanziert den Umbau.

Große Pläne


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Fritz Holzbach und Peter König in dem Gemeinschaftsraum. Foto:



"Wir sind uns bereits einig und wissen schon genau, wie das hier werden soll. Aber wir wissen eben noch nicht, ob wir das finanziell alles stemmen können. Wir haben einen Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt. Wir erfüllen alle Vorraussetzungen und sind guter Dinge, dass wir die Förderung bekommen. Sollten wir sie aber nicht erhalten, dann können wir das Projekt nicht umsetzen", räumt Peter König ein.



Denn um das Projekt betreiben zu können, müssen Gelder her. Gelder, die der Verein selbst nicht hat. "Die Miete muss ja gezahlt werden und wir müssten Personal einstellen, um den Treff betreiben zu können", sagt König. Die Entscheidung, ob der Verein Unterstützung durch die Aktion Mensch bekommt, soll im November fallen. Wenn alles gut geht und die Förderung bewilligt wird, könnte der Treff im Frühjahr des kommenden Jahres eröffnen.

Der Sozialtreff soll ein Ort werden, an dem Menschen mit und ohne Behinderung aufeinandertreffen, sich austauschen und gemeinsam ihre Freizeit gestalten können. Das wäre die perfekte Kombination für Peter König. Geplant ist ein Gemeinschaftsraum, in dem verschiedenen Aktivitäten stattfinden sollen. "Man könnte sich hier einfach zu Gesprächen treffen, gemeinsam kochen, basteln und werkeln. Fritz Holzbach will im Keller noch einen Werkraum errichten", so Peter König. Auch gemeinsames Musizieren wäre denkbar und Peter König kann sich im Keller gut einen Übungsraum vorstellen.

Das herrichten der Räume will man in Eigenregie angehen, sagen König und Holzbach. Dazu können sie auf die Unterstützung aus dem Verein zählen. "Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die unseren Verein unterstützen. Besonders junge Leute, die Lust haben, sich aktiv in unser Vereinsleben zu integrieren, fehlen uns im Moment."

Hilfe über die Landkreisgrenzen hinaus


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Im Keller soll eine Werkstatt entstehen. Hier kann gebastelt oder auch musiziert werden. Foto:



Was vor mehr als drei Jahren mit der Idee begann, Rollstuhlrampen an die Eingänge Goslarer Geschäfte zu installieren, ist inzwischen viel mehr geworden. Ganz aktiv tritt der Verein dafür ein, auf die noch heute vielerorts herrschende mangelnde Barrierefreiheit aufmerksam zu machen. "Dafür müssen wir laut sein und auf uns aufmerksam machen. Außerdem wollen wir erreichen, dass Menschen mit Handicap aus ihrer Isolation geholte werden. Wir wollen sie in die Gesellschaft integrieren", erklärt König die Ziele des Vereins, den er vor drei Jahren gründete. Inzwischen finden regelmäßig Veranstaltungen statt, auf denen Spenden für die verschiedenen Projekte gesammelt werden. Und nicht nur in Goslar ist der Verein aktiv. Auch im Landkreis Wolfenbüttel und im Oberharz ist der Verein unterwegs. "Wir strecken unsere Fühler aus und versuchen überall Kontakte zu knüpfen", so König, der kürzlich zum Behindertenbeauftragten der Stadt Goslar ernannt wurde.

Wer mehr über den Verein "Rampen für Goslar" erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.rampen-fuer-goslar.de informieren.


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