Spanien fordert stärkere Integration von Europas Energienetzen

Teresa Ribera, Ministerin für den ökologischen Wandel und demographische Herausforderung in Spanien, fordert eine stärkere Integration von Europas Energienetzen. "Die Energiekrise war ein traumatisches Erlebnis, das uns gelehrt hat, dass jederzeit und an jedem Ort ein Problem entstehen kann", sagte sie dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe).

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Strommast (Archiv)
Strommast (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Madrid. Teresa Ribera, Ministerin für den ökologischen Wandel und demographische Herausforderung in Spanien, fordert eine stärkere Integration von Europas Energienetzen.


"Die Energiekrise war ein traumatisches Erlebnis, das uns gelehrt hat, dass jederzeit und an jedem Ort ein Problem entstehen kann", sagte sie dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Je stärker unsere Energienetze verbunden sind, desto mehr Möglichkeiten haben wir, schnelle Alternativen zu suchen."

In dem Zusammenhang kritisiert sie Frankreich scharf für mangelnde Kooperation beim Ausbau der Stromleitungen von Spanien nach Frankreich. "Für uns hat das oberste Priorität, aber die Franzosen blockieren schon seit Jahren - das ist eine absolute Schande", sagte Ribera. Die Planungen für den Bau einer Wasserstoff-Pipeline von Barcelona nach Marseille liefen dagegen "einigermaßen gut", so die Ministerin. "Wir sind aber auch noch in der ersten Phase, in der Studien erstellt und Aufgaben verteilt werden."

Spanien, das mit viel Sonne, Wind und freier Fläche ideale Bedingungen für Erneuerbare besitzt, will zum wichtigen Exporteur von grünem Wasserstoff werden. Deutschland möchte den aus Spanien beziehen und hat sich deshalb für den Bau der Pipeline eingesetzt. Der grüne Wasserstoff würde dann zunächst nach Marseille und von dort weiter durch französische Pipelines nach Deutschland transportiert. "Wir müssen Deutschland für die Rolle danken, die es in der Frage übernimmt", sagte Ribera. "Mit Frankreich hatten wir in den vergangenen Jahren enorme Schwierigkeiten, transnationale Infrastrukturprojekte umzusetzen. Und wir haben immer wieder gesagt: Das darf kein rein bilaterales Thema sein."


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