whatshotTopStory

Sperrstunde in Braunschweig angeordnet - Infektionszahlen gestiegen

Die Stadtverwaltung arbeite derzeit an einer neuen Allgemeinverfügung, die Bereiche in Braunschweig festlegt, in denen auch unter freiem Himmel Maske getragen werden sollte. Die Sperrstunde ab 23 Uhr ist am heutigen Samstag automatisch in Kraft getreten.

von Marvin König


Ulrich Markurth hofft auf eine breite Mehrheit im Rat.
Ulrich Markurth hofft auf eine breite Mehrheit im Rat. Foto: Alexander Dontscheff

Artikel teilen per:

24.10.2020

Braunschweig. Zum Start der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen am Freitag ist die Zahl der Neuansteckungen auf 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) in Braunschweig auf einen Wert von 36,2 gestiegen und hat somit den ersten Grenzwert von 35 überschritten. Am heutigen Samstag lag der Wert bereits bei 38,6. Die Stadt Braunschweig weist deshalb auf die von nun an geltenden Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich hin. Auch eine verschärfte Maskenpflicht gehört dazu. Die Stadtverwaltung erarbeite hierzu aktuell eine Allgemeinverfügung, die ab der kommenden Woche die Bereiche in Braunschweig festlegt, in denen auch unter freiem Himmel Maske getragen werden soll, wie aus einer Pressemitteilung der Stadt Braunschweig hervorgeht.



"Es wird Einschränkungen geben. Sie werden unseren privaten Bereich betreffen; sie werden Feierlichkeiten betreffen; die Zahlen werden wieder runtergehen und es gibt den dringenden Appell, große Versammlungen zu meiden", stellt Oberbürgermeister Ulrich Markurth in einem aktuellen Video des Krisenstabs klar. Die vom Land Niedersachsen geschaffene Verordnung für den Fall eines Überschreitens einer Inzidenz von 35 gelten nun in Braunschweig. Im öffentlichen Raum dürfen demnach nur noch maximal 25 Menschen zusammenkommen. Die Mindestabstände seien dabei einzuhalten. Ausnahmen beim Mindestabstand gelten nur für Angehörige.

In privaten Räumlichkeiten und auf privaten Flächen - auch unter freiem Himmel - gelten in Braunschweig nun ebenfalls neue Einschränkungen. In der eigenen Wohnung und auf privaten Flächen dürfen nur noch maximal 15 Personen zusammen kommen. In gastronomischen Betrieben gilt eine Obergrenze von 25 Personen für Feiern und Zusammenkünfte.

Alltagsmaske und Sperrstunde für Gastronomiebetriebe


Gastronomiebetriebe müssen ab dem heutigen Samstag zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen bleiben. In begründeten Ausnahmefällen seien jedoch abweichende Regelungen möglich. Nachdem es am gestrigen Freitag Irritationen über den Beginn der Gültigkeit der Sperrstunde gegeben hatte, stellte die Polizei klar, dass dies ab heute der Fall sei. Entscheidend sei nicht die Bekanntgabe des Inzidenzwertes durch die Stadt Braunschweig, sondern durch die Inzidenz-Ampel der niedersächsischen Landesregierung. Die Daten auf Landesebene wurden erst am heutigen Samstag um 10 Uhr aktualisiert. Dann greife aber sofort die Corona-Verordnung des Landes.

Lesen Sie auch: Polizei stellt klar - Sperrstunde gilt erst ab Samstag


Weiterhin gilt ab dem Überschreiten einer Inzidenz von 35 eine "Empfehlung" für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel. "Das werden wir in der nächsten Woche festzulegen haben, wo das in der Stadt Braunschweig – etwa in den Fußgängerzonen - sein wird", kommentiert Markurth. Die neue Allgemeinverfügung hierzu soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Die Stadt Braunschweig bittet alle Bürgerinnen und Bürger jedoch, bereits ab sofort in der Öffentlichkeit eine Alltagsmaske zu tragen, wenn sie sich auf engem Raum und nicht nur vorübergehend mit anderen zusammen aufhalten.

Veranstaltungen mit sitzendem oder nur zeitweise stehendem Publikum dürfen bis zu einer Besucherzahl von 100 Personen stattfinden. Auf Basis eines vom Veranstalter vorgelegten Hygienekonzeptes seien Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen möglich, hierüber würde die Stadt Braunschweig dann im Einzelfall entscheiden.

"Lassen Sie uns diese Chance nutzen"


Laut Oberbürgermeister Markurth steigen auch die Zahlen der Patienten in den Krankenhäusern derzeit wieder an. Man sehe sich jedoch deutlich besser vorbereitet als im Frühjahr: "Das gilt für die Krankenhäuser; das gilt insgesamt für die gesundheitliche Versorgung; das gilt für die ganze Logistik. Aber unsere Gefahrenabwehrleitung tagt auch wieder mehrfach die Woche und hat viele, viele Probleme", erklärt Markurth dazu. Er fährt fort: "Der nächste Schwellenwert, der dann noch klarere Anweisungen auslösen würde, ist bei 50 und nicht mehr so lange weg. Wir wollen das möglichst verhindern." Er richtet einen klaren Appell an die Braunschweigerinnen und Braunschweiger: "Wir haben die Chance, in den nächsten zwei, drei Wochen alles durch unseren Beitrag zu leisten, damit die Kurve wieder runtergeht. Damit wir die Zahlen im Griff behalten. Tun Sie mir, tun Sie uns allen und unserer Gesellschaft den Gefallen, dass wir das schaffen. Gemeinsam, indem wir uns an die Regeln halten. Lassen Sie uns diese Chance unbedingt nutzen – jetzt!"


zur Startseite