Agent Schmadtke legt los: "Der Anruf kam kurz vor dem Tatort"

von Jens Bartels


Ein gut gelaunter Jörg Schmadtke beantwortete die Fragen der Presse. Foto: Agentur Hübner
Ein gut gelaunter Jörg Schmadtke beantwortete die Fragen der Presse. Foto: Agentur Hübner Foto: Agentur Hübner

Wolfsburg. Vor einer knappen Woche teilte der VfL Wolfsburg mit, dass der neue Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadtke, bereits einen Monat eher als ursprünglich geplant mit der Arbeit bei dem Bundesligisten beginnen kann. Am heutigen Mittwoch stellte sich Schmadtke erstmals den Fragen der Presse zu seiner Verpflichtung.

"Ich freue mich hier zu sein", sagte der 54-Jährige zur Begrüßungund blickte direkt aufdas Treffen mit dem VfL-Aufsichtsratsvorsitzendem Frank Witter zurück. So lief die schnelle Entstehung seine Engagements in Wolfsburg:"Wir hatten eine sehr angenehme Gesprächsatmosphäre und sind sehr offen miteinander umgegangen. Eigentlich sind wir so auseinander gegangen, dass wir nochmal eine Nacht darüber schlafen wollten, doch für mich war die Entscheidung schon gefallen, falls ein Angebot kommen sollte."

Das kam schneller als erwartet: "Ich war dann sehr überrascht. Noch am selben Abend kam der Anruf, kurz vor dem Tatort", lachte der gebürtige Düsseldorfer. Auch die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Bruno Labbadia sei aus seiner Sicht sehr schnell klar gewesen: "Die Trainerdiskussion war eher öffentlich, als intern. Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir gemeinsam in die neue Saison gehen."

Der Name Schmadtke kursierte bereits seit einer Weile in der Medienlandschaft und so erhielt dieser bereits im Vorfeld der Verhandlungen zahlreiche Anrufe: "Ihr habt es gar nicht abwarten können", schmunzelte der künftige Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg. Antworten bekamen die Fragendenseinerzeit nicht, denn solange es noch nichts Konkretes gab, "beschäftige ich mich nicht mit theoretischen Ansätzen. Ich warte was wirklich auf mich zukommt."

"Solcheine Infrastruktur haben nur wenige Klubs"


"Ich weiß um die Aufgabenstellung. Die Priorität liegt natürlich auf der Kaderzusammenstellung – doch auch die Gespräche mit Trainer und Mitarbeitern sind wichtig. Bei neuen Aufgabenstellungen ist es immer so, dass es viele Fragen gibt und man erstmal die vielen Leute kennenlernen muss. Da muss man neue Konzepte entwickeln und eigene Ideen einbringen. Schwierig ist momentan, dass der Tag für die viele Arbeit zu kurz ist." Dabei freut sichder Ex-Geschäftsführer des 1. FC Köln über die Grundvoraussetzungen, die in Wolfsburg vorliegen: "Eine solche Infrastruktur haben nur wenige Klubs, dagibt es Baustellen, die man hier nicht hat."

"Wertesystem installieren"


Beim Blick voraus, stapelt der Manager tief: "Sie werden von mir keine Prognose hören, geben Sie uns Zeit! Ich möchte keinen eigenen Ankündigungen hinterherlaufen. Es geht erstmal darum, ein Wertesystem zu installieren, wo sich jeder dran zu halten hat. Das wollen wir im ganzen Klub durchsetzen. Neben Arbeit, Fußball und Leidenschaft sind das unter anderem Umgang, Kommunikation, Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft – das werden wir vorleben und auch einfordern!" Dabei betont Schmadtke, dass jede Situation ein anderes Handeln erfordert und es kein allgemeingültigesKonzept gibt: "Jeder Klub hat seine Besonderheiten und das gilt auch für den VfL. Es gibt keine Blaupause! "

Zu Personalien und konkreten Planungen äußerte sich Schmadtke nicht, verriet jedoch, dass man mit Marcel Schäfer in Kontakt stehe, jedoch noch nichts entschieden sei. Ein Trainingslager außerhalb Wolfsburg werde es "mit Sicherheit nicht geben, hier haben wir die besten Arbeitsbedingungen." Nur für Testspiele würde man die Stadt verlassen.

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Die Zukunft gemeinsam gestalten (vlnr): Tim Schumacher und Wolfgang Hotze (beide Geschaeftsführer VfL Wolfsburg), Sportdirektor Joerg Schmadtke und Aufsichtsratsvorsitzender Frank Witter. Foto: Agentur Hübner


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