VfL Wolfsburg: Klaus Allofs muss gehen

von Frank Vollmer


Die Entscheidung soll im Laufe des Montags bekannt gemacht werden. Foto: Agentur Hübner
Die Entscheidung soll im Laufe des Montags bekannt gemacht werden. Foto: Agentur Hübner



Wolfsburg. Klaus Allofs stürzt nun doch schneller über die Konsequenzen der sportlichen Talfahrt des VfL Wolfsburg als erwartet. Der VfL Wolfsburg und der Manager beenden ihre Zusammenarbeit. Dies ist das Ergebnis einer Situationsanalyse, die das Präsidium des Aufsichtsrats vorgenommen hat, sowie von Gesprächen mit dem nun scheidenden Geschäftsführer Sport und Kommunikation.


"Nach eingehender Analyse in den vergangenen Wochen haben wir uns dazu entschlossen, auf seiner Position angesichts der aktuell schwierigen sportlichen Situation einen Neuanfang zu machen. Dieser Schritt war reiflich überlegt, ist uns aber eingedenk der Leistungen von Klaus Allofs für den Verein und unseres guten persönlichen Verhältnisses zu ihm nicht leichtgefallen", sagte Dr. Francisco Javier Garcia Sanz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH in einem offiziellen Statement. "Doch gerade vor dem Hintergrund des akuten Abstiegskampfes galt es, eine Entscheidung für die Zukunft des VfL Wolfsburg zu treffen", so Garcia Sanz weiter. Man sei Klaus Allofs für die geleistete Arbeit zu großem Dank verpflichtet. "Er kam in einer schwierigen Phase zu uns, hat den Verein vor dem Abstieg gerettet und zu neuen sportlichen Höhen geführt. Die gewonnenen Titel sowie die Champions-League-Teilnahme zeugen davon. Zudem hat er viel Positives für das Image des VfL bewirkt", sagte der Aufsichtsrat-Chef.

"Es ist für mich persönlich ein trauriger Tag. Nach intensiven Gesprächen sind wir zum Wohl des VfL Wolfsburg zu dieser Entscheidung gekommen. Ein großer Dank gilt den Wolfsburgern und allen VfL-Fans, die es meiner Familie und mir leicht gemacht haben, hier anzukommen. Mein Dank geht auch an die gesamte Belegschaft des VfL. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren es, die das Erreichen unserer Ziele mit Teamwork und großem persönlichem Engagement erst möglich gemacht haben. Abschließend danke ich auch meinen Geschäftsführer-Kollegen Wolfgang Hotze, Thomas Röttgermann und Dr. Tim Schumacher sowie stellvertretend für den gesamten Aufsichtsrat Dr. Garcia Sanz für die freundschaftliche, enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das war außergewöhnlich und hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich wünsche dem VfL, dass neue Kräfte freigesetzt werden und das "wir" ganz schnell wieder dorthin kommen, wo dieser Klub mit seinen Fans hingehört - nämlich nach oben! Es war mir eine große Ehre, für den VfL Wolfsburg arbeiten zu dürfen." Klaus Allofs

Allofs trat sein Amt am 15. November 2012 beim VfL Wolfsburg an, der damals in der Bundesliga auf dem Relegationsrang lag. Nach dem Klassenerhalt in jener Saison qualifizierte sich die Mannschaft im Jahr darauf als Fünfter für die Europa League. Den Höhepunkt während seiner Amtszeit erreichte der VfL 2015: Der Gewinn des DFB-Pokals sowie des DFL-Supercups, das Erreichen der Vizemeisterschaft sowie der Einzug in die Champions League, in der man später bis ins Viertelfinale vorstieß, stehen für ein außergewöhnliches Jahr. Der Aufsichtsrat übertrug VfL-Geschäftsführer Wolfgang Hotze die Aufgabe des Sprechers der Geschäftsführung. Olaf Rebbe bleibt als Leiter Sport weiterhin verantwortlich für die Belange rund um Trainerstab und Mannschaft.

Für die Allofs-Nachfolge soll Jens Todt der Top-Kandidat sein. Der 46-jährige ehemalige Spieler des TSV Havelse führte bis Ende November die Geschickte beim kriselnden Zweitligisten Karlsruher SC, wurde dann aber freigestellt – angeblich, um einen Wechsel zum Hamburger SV zu forcieren. Nun könnte er beim VfL anheuern, wo er 2010 bis 2011 das Nachwuchsleistungszentrum leitete. In der Trainerfrage gibt es derweil keine Entscheidung. Vorerst darf Valerien Ismael bis zur Winterpause weitermachen.

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Heißer Kandidat für die Nachfolge: Jens Todt. Foto: Agentur Hübner

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