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Wolfenbüttels Disc-Golfer Marvin Tetzel schnupperte am EM-Titel

von Jonas Dräger


Marvin Tetzel mit seinen Scheiben am Korb.  Fotos: Dräger
Marvin Tetzel mit seinen Scheiben am Korb. Fotos: Dräger Foto: Dräger

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06.09.2016



Wolfenbüttel. Am Ende landete er auf Platz 7, war mit seiner Leistung trotzdem hochzufrieden. Marvin Tetzel aus Wolfenbüttel wirbelte die skandinavische Elite bei der Disc-Golf EM in Finnland ordentlich durcheinander.

Die Region bietet viele Plätze für Sportfans


Wie kommt man eigentlich zum Disc-Golf? Für Marvin Tetzel ist die Antwort ganz einfach. Zwar spielt der 19-jährige auch Fußball und Tennis in seiner Freizeit, doch mit dem Disc-Golf hat er seine große Leidenschaft entdeckt. "Ein Freund von mir hatte mich mal zum spielen mitgenommen. Wir haben das dann über Jahre in unserer Freizeit gespielt und irgendwann wurden wir besser und besser und haben dann richtig ehrgeizig trainiert", erklärt der Student.

Und das ist im Grunde kinderleicht. Gleich ein knappes Dutzend Anlangen gibt es in der Region, in Deutschland insgesamt rund 80. Im Bürgerpark in Braunschweig befindet sich die schönste Anlage - sagt Tetzel. Kostspielig ist die Sportart nicht. Ein Satz Scheiben ist schon für rund 15 Euro zu bekommen. Drei Stück werden benötigt. Ein "Driver" für die langen Würfe, "Mid-Range" für die normale Distanz und der "Putter" für den Wurf in den Korb.


So sollte der Wurf im Idealfall aussehen. Foto:



"Geeignet ist die Sportart im Grunde für jeden. Du kannst als Kind anfangen und auch im Rentenalter noch spielen. Man ist an der frischen Luft und kann auch nach der Arbeit noch loslegen", erklärt der Vizemeister. Sein Club in Wolfenbüttel, die Tee-Timers, hat mittlerweile mehr als 100 begeisterte Mitglieder.  Konzentrationsvermögen, Ruhe und ein Gefühl für die Scheibe sind die wichtigsten Grundvoraussetzungen für die Sportart.

Der Wind am Finaltag kostete eine bessere Platzierung


Um sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren musste Tetzel gute Ergebnisse liefern. Der Verband entscheidet letztlich wer mitfahren darf. Als deutscher Vizemeister mit einigen guten Platzierungen auf der "Major-Tour" war der Wolfenbütteler selbstverständlich nominiert. "Ich hatte 2015 geplant zur EM nach Finnland zu fahren. Es ist das Frisbee-Sportland schlechthin in Europa. Außerdem wurden auch zwei Stunden im Fernsehen übertragen. Da will man dann natürlich schon dabei sein", erklärt er seine Motivation.


Im Idealfall bleibt die Scheibe im Korb liegen. Foto:



Vier Tage lang kämpften die Sportler gegeneinander. Bis zu vier Stunden dauerte eine Runde. Am ersten Tag erwischte Tetzel die ersten beiden Löcher nicht perfekt, warf zwei Bogies. Er benötigte also zwei Würfe mehr als erlaubt. Danach lief es rund und er beendete den Kurs auf dem siebten Rang. Am zweiten Tag konnte er seine Leistung steigern, lag auf dem geteilten dritten Rang und verteidigte diesen auch am dritten Tag. 55, 54 und 53 Würfe hatte er auf dem Kurs gebraucht.

"Am dritten Tag war ich schon relativ aufgeregt, da ich mit ein paar Finnen in der Führungsgruppe spielen durfte und dann auch noch rund 200 Zuschauer dabei waren. Trotzdem habe ich an dem Tag meine beste Runde gespielt", so Tetzel. "Am vierten Tag waren 18 Meter Wind pro Sekunde auf dem Kurs. Das hatte ich so noch nie. Damit bin ich einfach nicht klargekommen und wusste nicht so recht was meine Scheiben machen", erklärt er. Die Folge war eine Runde mit 66 Würfen zum Abschluss. Die Chance auf das Treppchen und eine Medaille somit dahin. "Ich bin mit dem siebten Platz aber trotzdem sehr zufrieden. Ich wollte in die Top 10, das habe ich erreicht, auch wenn zwischendurch die Hoffnungen größer waren."


Volle Konzentration beim Wurf. Foto:



Als nächstes steht die deutsche Meisterschaft auf dem Programm. Sie findet in Olsberg-Bruchhausen im Sauerland vom 15. bis 18. September statt. Da wird auch Titelverteidiger Simon Lizotte antreten. Der gebürtige Bremer ist in den USA als Profi aktiv, verdient mit dem Sport sogar seinen Lebensunterhalt. Mit 275,5 Metern hält er den Weltrekord für den weitesten Wurf, mit 166 km/h zudem den Weltrekord für den schnellsten Wurf. "Ich will da definitiv um den Sieg mitspielen", gibt sich Tetzel kämpferisch.








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