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St. Leonhard: Denkmalbehörde stimmt Abriss zu

von Alexander Dontscheff


Die nördlichen Gebäudeteile sollen abgerissen werden. Fotos: Alexander Dontscheff
Die nördlichen Gebäudeteile sollen abgerissen werden. Fotos: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

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04.03.2017

Braunschweig. Für das Bauprojekt St. Leonhard gegenüber der Stadthalle sollen große Teile der alten Anlagen weichen. Die oberste Denkmalbehörde des Landes hat jetzt grünes Licht für den Abriss gegeben. Eine Eingabe der BIBS bei der obersten Bauaufsichtsbehörde steht noch aus.


Spital, Klostergut, herzogliches Gestüt, Exerzierplatz, Stützpunkt der Reiterstaffel der Polizei - das Areal um die Leonhardkapelle hat im Laufe der Jahrhunderte einigen Wandel hinter sich. Ein Umstand, dendie oberste Denkmalbehörde des Landes Niedersachsen in ihrer Begründung aufgreift, dem neuen Bauprojekt zuzustimmen.„Die bekanntesten Lagepläne vergleichend, lässt sich feststellen, dass die Kapelle als Solitär stets erhalten blieb, die Gesamtanlage im Übrigen jedoch den jeweiligen Bedürfnissen deutlich angepasst wurde,“ heißt es in einem Schreiben des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, das der BIBS, die sich in dieser Sache an die Behörde gewandt hatte, im Februar zugestellt wurde.„In Bezug auf die sorgfältige Grundlagenermittlung, den umfassenden sachlichen Abwägungsprozess und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Einwänden des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, ist das gesamte Vorgehen der Stadt Braunschweig nicht zu beanstanden“, so das Fazit.


Der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen. Foto: Alexander Dontscheff


Sinneswandel in der Behörde?


Ein Umstand, derSebastian Barnstorf aus derBIBS-Geschäftsstelle etwas irritiert. Noch 2015 habe die obere Denkmalschutzbehörde angeregt, das südliche Gebäude zu drehen. "Das hatte die BIBS-Fraktion auch gefordert, denn so könnte man den südlichen Marstall erhalten. Aber nun hat das Ministerium aus Hannover (gleiche Behörde, aber eine Etage höher) eins zu eins die Stellungnahme der Stadt genommen und ist ihr so gefolgt", erklärtBarnstorf auf Anfrage von regionalHeute.de.

Prüfung der Bauaufsichtsbehörde steht noch aus


Allerdings stehe noch eine Prüfung durch dieobere Bauaufsichtsbehörde an,die ebenfalls die BIBS beantragt hat."Im Dezember haben wir die obere Bauaufsichtsbehörde beim NiedersächsischenSozialministerium angeschrieben. Dort wollen wir prüfen lassen, ob nicht ein Bebauungsplanverfahren hätte durchgeführt werden müssen", erklärt Barnstorf weiter. So ein Planverfahren bedeute, die Bürger zu beteiligen und auch im Rat darüber abstimmen zu lassen. Die Verwaltung habe darauf verzichtet, in dem sie sich auf § 34 des Baugesetzbuches beruft – wenn „das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird“, könne auf einen Bebauungsplan verzichtet werden. "Die BIBS-Fraktion kann hier nicht erkennen, dass sich ein Neubau sechstöckig an dieser Stelle ins Ortsbild einfügt", urteilt Barnstorf.Auch die Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalschutz spreche davon, dass sich das Projekt als neue „Dominante“ sehen lasse.

Sebastian Barnstorf betont, dass die BIBS-Fraktion nichtdas Projekt an sich kritisiert.Es gehe ihr um Einhaltung der Vorschriften (Denkmalschutz und Baurecht) und Transparenz mit Bürgerbeteiligung.


Die Stallgebäude (rechts) sollen weichen. Foto: Alexander Dontscheff


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