Sie sind hier: Region >

Stadt Braunschweig kündigt Projekte zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt an



Braunschweig

Stadt Braunschweig kündigt Projekte zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt an

Man organisiere beispielsweise mit landesweiten Akteuren eine Fachtagung für Medizinpersonal, um der Diskriminierung von trans*- und intergeschlechtlichen Menschen im Gesundheitsbereich entgegenzuwirken.

Die Regenbogenflagge am Rathaus der Stadt Braunschweig. (Archivbild)
Die Regenbogenflagge am Rathaus der Stadt Braunschweig. (Archivbild) Foto: Sina Rühland

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Braunschweig. Die Koordinationsstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) in der Braunschweiger Stadtverwaltung feiert ihr zweijähriges Bestehen. Die Stadt Braunschweig kündigt aus diesem Anlass weitere Projekte für das laufende Jahr an. So soll es unter anderem ab Oktober einen Medienkoffer mit Informationen zu sexueller Vielfalt und Geschlechtsidentitäten geben, der von Schulen ausgeliehen werden kann. Weiterhin soll es eine Fachtagung für medizinisches Personal geben.



"Menschen der LSBTI*-Community sollen in Braunschweig, sichtbar, offen und ohne Ängste leben können", sagt Sozialdezernentin Christine Arbogast. "Mit Hindernissen, die dem entgegenstehen, setzt sich die Koordinationsstelle konstruktiv auseinander." Um das zu erreichen, begleitet die Koordinationsstelle LSBTI* Maßnahmen und Projekte in und außerhalb der Verwaltung, berät, macht aufklärende Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema und fungiert als städtische Ansprechperson für die LSBTI*-Community.

Online-Wegweiser ins Leben gerufen


"Um einen Überblick über die Braunschweiger Community zu bekommen, gibt es seit Neuem einen Online-Wegweiser zu einem großen Teil der ortsansässigen Gruppen und Projekte im Bereich LSBTI* auf der Internetseite der Stadt", erläutert die Leiterin der Koordinationsstelle, Mareike Walther. "Bereits 30 verschiedene Akteure sind dort aufgeführt, wovon die meisten in der Dachorganisation, dem Verein für sexuelle Emanzipation e.V. angedockt sind, welcher auch stetiger Partner der Zusammenarbeit ist."



Halbjährlich findet ein Runder Tisch LSBTI* unter der Moderation der Stadtverwaltung statt. Politik, Verwaltung und Community diskutieren über aktuelle Bedarfe, verschiedene Anliegen und Herausforderungen. Schwerpunktthemen sind dabei derzeit insbesondere Bildung, Gesundheit, Corona und Sprache.

Arbeitsgruppe organisiert Bildungsprojekte


Ein Ergebnis des Runden Tisches ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Thema Bildung. Sie hat das Ziel, weitere Bildungsmaßnahmen in verschiedensten Altersstufen zu initiieren und umzusetzen. Aktuell zählt wird der Fachtag "Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Schulen" am 10. September im KufA-Veranstaltungszentrum am Westbahnhof organisiert. Pädagogische Multiplikatoren werden darin geschult, wie sie mit transgeschlechtlichen Schülern umgehen können oder welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, wenn junge Menschen auf dem Schulhof aufgrund ihrer sexuellen Prägung beleidigt werden.

"Medienkoffer" kommt im Oktober


Dem Aspekt "Sichtbarmachung" dient das Projekt "Medienkoffer": Der Medienkoffer für Kinder- und Jugendgruppen mit Büchern, die das Thema Homo- und Bisexualität, Trans*- oder Intergeschlechtlichkeit kind-/ oder jugendgerecht und selbstverständlich in ihren Handlungen aufgreifen, soll ab Oktober über das Medienzentrum des Fachbereichs Schule ausleihbar sein.

Sensibilisierung von medizinischem Personal


Im Bereich Gesundheit plant die Stadt in Zusammenarbeit mit landesweiten Akteuren einen Fachtag für medizinisches Fachpersonal, um der Situation entgegenzuwirken, dass trans*- und intergeschlechtliche Personen häufig von psychischen Krankheiten betroffen sind und im Gesundheitsbereich diskriminiert werden. Er soll im nächsten Jahr stattfinden.
"Säulen der Vielfalt" im September auf dem Kornmarkt
Die Koordinationsstelle ist schließlich Ansprechzentrale für Externe: Verschiedene Akteure auf Landesebene wenden sich an sie, um gemeinsam mit der Stadtverwaltung Projekte umzusetzen. Beispielhaft sei erwähnt: Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der die "Säule der Vielfalt" am 18. September auf dem Kohlmarkt aufstellen will. Forderungen an die Landesregierung können dabei in den Briefkasten einer mobilen Litfaßsäule eingeworfen werden.


zum Newsfeed