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Stadt Gifhorn arbeitet an einer Kastrationsverordnung für Katzen

von Nino Milizia


Nicht nur auf dem Campingplatz in Wilsche brauchen Katzen Hilfe. Archivfoto: Anke Donner
Nicht nur auf dem Campingplatz in Wilsche brauchen Katzen Hilfe. Archivfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner)

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30.06.2017

Wilsche. Der Campingplatz in Wilsche hat ein Katzenproblem. Etwa 50 wild lebende Jäger auf vier Pfoten bereiten den Campern Sorge, da die Tiere krank aussehen und somit auch eine Gefahr für den Menschen bedeuten können. Abhilfe soll eine ärztliche Versorgung und Kastration der Katzen schaffen. Die Thematik beschäftigt nun aber auch die Stadt Gifhorn.



Jüngst hatte Bürgermeister Nehrlich in einem Interview bestätigt, dass die Stadt Gifhorn an einer Kastrationspflicht für Katzen arbeite. regionalHeute.de fragte daher die Pressesprecherin der Stadt, Annette Siemer, was hinter diesem Vorstoß steckt. Ausschlaggebend dafür sei laut Siemer ein Gedankenaustausch mit dem Tierschutzverein gewesen. Bei diesem Gespräch sei man auch auf die Kastrationsverordnung zu sprechen gekommen. Doch wie sehen die konkreten Planungen aus? Siemer sagte dazu: "Mit dem Erlass einer Verordnung allein ist es nicht getan. Es muss auch das Personal zur Verfügung gestellt werden, das die Einhaltung der Verordnung kontrolliert. Aber selbst dann ist es kaum möglich, alle Katzen im Stadtgebiet zu kontrollieren. Ein weiterer Punkt ist, wie können Katzenhalter unterstützt werden, die finanziell nicht in der Lage sind, den Eingriff beim Tierarzt zu bezahlen? Auch diese Frage muss erst noch geklärt werden."

Daher scheint der Weg bis zu einer befriedigenden Formulierung einer Verordnung steinig zu sein. Siemer rechnet nicht mit einer Entscheidung vor der nächsten Ratssitzung im Herbst. So lange soll das Katzenproblem auf dem Campingplatz nicht bestehen. Auf Nachfrage unserer Redaktion geht Janina Bieling, Leiterin des Tierschutzzentrums Ribbesbüttel, von sechs bis acht Wochen aus, in denen die Tiere aufgepäppelt und kastriert werden sollen. Allerdings sei dann auch eine dauerhafte Kontrolle notwendig. Doch kostet dieses Vorgehen natürlich auch Geld. 800 Euro fehlten noch, um die Kastrationen durchzuführen. Daher gebe es auch einen Spendenaufruf.

Tierschutz ist auch eine Frage des Geldes


Doch auch zur allgemeinen Katzen-Situation in der Stadt Gifhorn äußerte sich Bieling. Ob sie grob abschätzen könne, wie viele wild lebende Katzen es in der Region gebe, wollten wir wissen: "Wir haben mehrere Hotspots im Landkreis Gifhorn. Die genaue Zahl lässt sich jedoch nicht abschätzen." Jedenfalls würde die Kastration einer weiblichen Katze etwa 100 Euro und bei einem Kater etwa 70 Euro kosten. Nicht wenig Geld also, so dass sich die Frage nach der Finanzierung stellt. Bieling: "Bei einem Härtefall, so wie nun in Wilsche, machen wir einen Spendenaufruf. Bei anderen Kastrationen zahlen teils die Kommunen oder auch die Fütterer." Auch würde der Campingplatz die Tierschützer nicht zum ersten Mal auf den Plan rufen.

"Der Fall in Wilsche ist uns schon länger bekannt. Wir haben schon mehrere Würfe Babykatzen von dort bekommen. Indirekt haben wir auch schon seit Jahren geholfen. Erst jetzt haben wir aber die Kapazitäten, die Aktion durchzuführen. Ohne kompetente Menschen vor Ort, Platz im Tierheim, entsprechende Gelder und engagierte Helfer wäre es nicht möglich zu helfen", so Bieling.


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