whatshotTopStory

Stadt informiert über den Kampf gegen Asbest

von Frederick Becker


Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto: Pixabay Foto: pixabay

Artikel teilen per:

06.06.2017

Salzgitter. Die Stadtverwaltung informiert die politischen Gremien mit einer Vorlage über den Umgang mit Asbest bei Baumaßnahmen. Auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses aus dem Jahr 2012 führt die Stadt derzeit über einen Zeitrahmen von sechs Jahren ein Schadstoffscreening an allen Kinder- und Jugendeinrichtungen der Stadt durch.



„Bei Baumaßnahmen, bei denen noch kein Schadstoffscreening vorliegt, wird vor Aufnahme der Bautätigkeiten im Bereich der geplanten Umbauarbeiten eine Schadstofferhebung auf die Altlasten Asbest, polychlorierte Biphenyle (PCB), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und künstliche Mineralfasern (KMF) durchgeführt”, teil die Verwaltung mit. „Die Schadstoffe werden vor dem Umbau unter Abschottungs- und PSA-Bedingungen (persönliche Schutzausrüstung) ausgebaut”. Spachtelmassen und Putze seien derzeit nicht im beauftragten Untersuchungsumfang des Schadstoffscreenings enthalten.

Eventuell vorhandene asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Kleber stellen, so erklärt die Stadt, im Bestand erstmal keine Gesundheitsgefährdung dar. Bei Renovierungs-, Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten (Schleifen, Fräsen, Bohren, Stemmen) an den Produkten habe sich jedoch gezeigt, dass auch bei Materialien, deren Asbestkonzentration unter 0,1 Prozent liegt, teilweise sehr hohe Asbestfaserkonzentrationen vorkämen und dann gesundheitliche Risiken gegeben seien.

Die Suche nach Asbest ist kompliziert


„Nachdem der Stadt Salzgitter die Informationen über Asbest in bisher nicht identifizierten Bauteilen im Februar und März 2017 mit entsprechenden Handlungsempfehlungen vorlagen, wurden, in enger Abstimmung mit demGesundheitsamt, die erforderlichen Schritte eingeleitet”, erklärt die Stadt.

Zunächst wurde durch die Stadt verboten, in Gebäuden bis zum Baujahr 1995 an Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern entsprechende Arbeiten auszuführen. „Aufgrund der besonderen Eilbedürftigkeit und wegen Gefahr im Verzuge wurde das Bremer Umweltinstitut sowie das Büro Dr. Pelzer aus Hildesheim mit der erforderlichen Beprobungen der laufenden Baumaßnahmen sowie der kurzfristig beginnenden Baumaßnahmen beauftragt. Beide sind in der Problematik von Bauschadstoffen sehr erfahren, es wurde unverzüglich mit den Beprobungen begonnen. Die Auswertung der Proben dauerte aufgrund der Vorbehandlung der Proben zirka zwei Wochen. Sobald die Ergebnisse vorlagen, wurden die weiteren Maßnahmen festgelegt. Nicht in allen Proben, die gezogen und ausgewertet wurden, wurde Asbest nachgewiesen. Die nicht betroffenen Baustellen laufen deshalb weiter”, erläutert die Verwaltung.

Um die Abläufe effizienter zu gestalten, habe die Verwaltung organisatorisch eine zentrale Schadstoffkoordination im Gesundheitsamt geschaffen. Alle Bauleiterinnen und Bauleiter sowie die Hausmeisterinnen und Hausmeister würden

eine umfassende Schulung zum Umgang mit diesem Baustoff erhalten.

Die Stadt führt Asbestkontrollen ein


Ab sofort, so die Stadt, werden bei allen Baumaßnahmen in Gebäuden bis zum Baujahr 1995 vorBeginn der Umbau-, Abriss-, Renovierungs- und Sanierungsarbeiten die betroffenen Flächen und Produkte auf Asbest untersucht. „Wird Asbest festgestellt, ist eine Gefährdungsbeurteilung und gegebenenfalls eine Sanierungsplanung für den Fortgang der Baumaßnahme erforderlich. Dadurch werden sich gegebenenfalls die Kosten erhöhen und die Bauzeit wird sich entsprechend der Planung und
Sanierung verlängern.”

Die Oberfinanzdirektion Hannover hat für das untergeordnete Staatliche Baumanagement eine Rundverfügung als Handlungsanweisung rausgegeben, die alsAnlage dieser Vorlage beigefügt ist und dem Handeln bei der Stadt Salzgitter bei
laufenden Baumaßnahmen entspricht.

29 Proben waren verdächtig


„Die bereits durchgeführten Beprobungen wurden ausgewertet und kommen zu demErgebnis, dass bei derzeit insgesamt 228 Proben, 199 Proben ohne Asbestbefund waren. An vielen Gebäuden wurden keine Spuren von Asbest nachgewiesen. Bei 12
der 24 bisher untersuchten Gebäude war der Befund negativ, das heißt für diese Bereiche können die vorgesehenen Arbeiten ohne Einschränkung weiter durchgeführt werden”, heißt es von Seiten der Verwaltung. Bei den anderen Objekten wurden in einzelnen Proben Spuren von Asbest nachgewiesen.


zur Startseite