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Stadthalle Braunschweig soll Impfzentrum werden



Braunschweig

Stadthalle Braunschweig soll Impfzentrum werden

Um Synergien besser nutzen zu können, hat sich die Stadt Braunschweig gegen ein Zwei-Standorte-Konzept entschieden. Die Genehmigung durch das Land steht noch aus. Bis zum 15. Dezember soll das Zentrum theoretisch einsetzbar sein.

von Niklas Eppert und Alexander Dontscheff


Die Stadthalle Braunschweig soll zum Impfzentrum werden.
Die Stadthalle Braunschweig soll zum Impfzentrum werden. Foto: Marvin König

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Braunschweig. Die Stadthalle Braunschweig soll für geplant 14 Monate zu einem Corona-Impfzentrum umfunktioniert werden. Dies teilte Oberbürgermeister Ulrich Markurth am heutigen Montag in einem Pressegespräch gemeinsam mit Organisationsdezernent Dr. Thorsten Kornblum als Leiter der Task Force "Impfzentrum" sowie Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast als Leiterin des Krisenstabs mit. Um Synergien besser nutzen zu können, habe man sich gegen ein Zwei-Standorte-Konzept entschieden. Das Land Niedersachsen muss dem Vorschlag zunächst zustimmen. Theoretisch soll das Impfzentrum Mitte Dezember einsetzbar sein.



Konkret sollen die Impfungen demnach im Zwei-Schicht-System mit acht Ärzten und 32 "impfbefähigten" Fachkräften sowie Verwaltungspersonal an vier parallel laufenden Impfstraßen organisiert werden. Hinzu kämen Sicherheitspersonal, sowie Notfallsanitäter. Das Impfzentrum soll zudem in einem Einbahnstraßensystem organisiert werden, in dem die zu Impfenden verschiedene Stationen durchlaufen, vom Anmeldebereich, über eine Registrierungsstation und eine ärztliche Beratung vor der eigentlichen Impfung selbst. Die Personalakquise werde von Land Niedersachsen in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung übernommen. Die Stadt Braunschweig will dies mit einem Freiwilligenaufruf unterstützen, der sich auch an pensionierte Ärzte richten solle. Das Konzept umfasst dabei auch den Aufbau mobiler Impfteams bestehend aus mehreren Fachkräften, die bei Lieferung des Impfstoffes zunächst besonders gefährdete Personen zu Hause und in Pflege- und Altenheimen impfen sollen.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth zum geplanten Impfzentrum:




Oberbürgermeister Ulrich Markurth Foto: Alexander Dontscheff



Das Land Niedersachen hat einen engen Zeitplan vorgegeben. Die Landkreise und kreisfreien Städte seien am 17. November aufgefordert worden, bis zum 15. Dezember sogenannte Impfzentren anhand der aktuellen Konzeptionierung des Landes einzurichten und einen Plan hierzu bis zum heutigen Montag vorzulegen. Die hierfür gebildete dezernatsübergreifende Task Force "Impfzentrum" habe anhand des derzeitigen Landeskonzepts nach Vor-Ort-Besichtigungen und Prüfungen hinsichtlich Lage, Flächenangebot, Sicherheitsaspekten sowie Gewährleistung der Hygienemaßnahmen eine Standortentscheidung für die Räumlichkeiten in der Stadthalle Braunschweig getroffen. Für die technische Umsetzung und Ausstattung wird die Stadthalle Braunschweig Betriebs GmbH zuständig sein.

Zweite Impfung erforderlich


Ziel sei es, mit dem Impfzentrum Braunschweig die "erste Bugwelle" ab Mitte Dezember 2020 impfen zu können. Die Bereitstellung der benötigten Impfstoffe für das Impfzentrum und die mobilen Impfteams erfolge über das Land Niedersachsen. Die Durchführung erfordere ein Höchstmaß am Koordination. Die Lieferungen und Vorbereitung des Impfstoffes müssten genau auf die Patienten angepasst werden. Dies werde auch dadurch erschwert, dass der aktuell favorisierte Impfstoff bei extremer Kälte gelagert werden müsse und dass eine zweite Impfung nach exakt drei Wochen erforderlich sei, erklärte Dr. Christine Arbogast.


Stephan Lemke, Geschäftsführer Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH, Dr. Christine Arbogast, Ulrich Markurt und Dr. Thorsten Kornblum bei der Pressekonferenz. Foto: Alexander Dontscheff


"Bisher konnten wir in der Pandemie immer nur reagieren. Wir freuen uns, dass wir jetzt mit dem angekündigten Impfstoff agieren können. Mit den Impfzentren kommen wir aus der Deckung und können große Schritte in Richtung unserer schmerzlich vermissten Normalität gehen", bekräftigt Organisations- und Ordnungsdezernent Dr. Thorsten Kornblum. "Wir glauben, dass wir mit der Stadthalle diese große Aufgabe gut schaffen können. Sollten wir einen zweiten Standort brauchen, etwa wenn die 14 Monate abgelaufen seien und die geplanten Sanierungsarbeiten an der Stadtghalle beginnen, würde das die Volkswagen-Halle sein." Kornblum betonte auch, dass der jetzige Betrieb der Stadthalle wie zum Beispiel die Ausschuss- und Ratssitzungen möglichst weitergehen solle.


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