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Stadtteile im Porträt – Teil 14 – Üfingen



Salzgitter

Stadtteile im Porträt – Teil 14 – Üfingen


Die Karte zeigt eine historische Ansicht des Ortes. Bild: Stadtarchiv/Holger Schmidt
Die Karte zeigt eine historische Ansicht des Ortes. Bild: Stadtarchiv/Holger Schmidt

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Salzgitter. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Stadt Salzgitter Berichte der Ortsheimatpfleger. Darin sollen die Stadtteile vorgestellt werden. Weiterhin wird dadurch auf die besondere Arbeit der Stadtexperten aufmerksam gemacht. regionalHeute.de stellt diese in einer Serie vor. Heute geht es weiter mit Holger Schmidt für Üfingen.



Der nördlichste Stadtteil Salzgitters gehörte bis 1974 zum Landkreis Wolfenbüttel. Er wurde gemeinsam mit Sauingen im Rahmen der niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform in die Stadt Salzgitter eingemeindet. Heute ist Üfingen, eines der sogenannten Kanaldörfer, Teil der Ortschaft Nordost. Üfingen entstand aus den Teilen Üfingen und Nortenhof. Nortenhof findet eine sichere Ersterwähnung in der Steterburger Urkunde vom 24. Januar 1007. Seine ehemals bestehende Selbstständigkeit verlor Nortenhof durch die Vereinigung mit Üfingen im Jahr 1923.

Dank dem Kaiser mit eigener Vorwahl


Zu den Kuriositäten im landwirtschaftlich geprägten Üfingen gehört der Bau der kaiserlichen Post im Jahre 1895, die nicht nur das Post- sondern auch das lokale Fernmeldewesen inne hatte. Daraus resultiert bis heute ein eigener Vorwahlbereich (05300) der Ortschaften in den Bereichen Vechelde (Alvesse, Vallstedt, Sonnenberg und Groß Gleidingen), Braunschweig (Geitelde) und Salzgitter (Sauingen und Üfingen). Der Postdienst wurde 1979, der Fernmeldedienst nach dem Neubau einer moderneren Relais- Station am Ortsausgang nach Alvesse eingestellt.


Das charakteristische Türmchen des Gebäudes wurde bei einer Sanierungsmaßnahme abgebaut – heute erinnert nur noch ein Briefkasten vor dem Gebäude an die ursprüngliche Funktion. Bereits 1847 wurde in Üfingen die erste Zuckerfabrik im Herzogtum gegründet, die neben der Apotheke, der Post und der Kirche eine zeitgenössische Ansichtskarte mit Grüßen aus Üfingen zierte. Der rasante wirtschaftliche Aufschwung führte zu weiteren Fabriken in den nahe gelegenen Ortschaften Broistedt, Broitzem, Thiede und Wierthe. 1926 übernahm die Zuckerfabrik Broitzem die Zuckerproduktion und 1960 endete jegliche Rübenverarbeitung in Üfingen.

Üfingen ist ein Schlafdorf


Die Nähe zu Braunschweig, Wolfenbüttel und Lebenstedt und damit die günstige Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen in den Industrieansiedlungen rund um Üfingen waren mit ein Grund für die Wandlung von einem rein landwirtschaftlich geprägten Bereich zu einem Ort mit hohem Wohnwert für alle Arbeitnehmer. Der Kanal dient heute auch als Naherholungsgebiet. Mit einer Ansiedlung der DLRG und dem späteren Neubau an der jetzigen Stelle ergab sich vor allem für die Kinder eine neue, sichere Bademöglichkeit, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Dass Üfingen sich nicht zu einem „Schlafdorf“ entwickelte, ist auch den Vereinen vor Ort zu verdanken. So bietet ein reges Vereinsleben mit Freiwilliger Feuerwehr, Schützenverein, DLRG, Sportverein, Chorgemeinschaft und Bürgerverein den knapp 800 Einwohnern verschiedenste Betätigungsmöglichkeiten und gleichzeitig werden Traditionen gewahrt.


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