Städtische Galerie Wolfsburg - Bestandsaufnahme VI: REVOLVER


Robert Rauschenberg "Revolver" 1970, Multiple, Ø 23 cm, aus der Mappe "Artists and Photographs" © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Foto: Ali Altschaffel
Robert Rauschenberg "Revolver" 1970, Multiple, Ø 23 cm, aus der Mappe "Artists and Photographs" © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Foto: Ali Altschaffel

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24.10.2016

Wolfsburg. Bei der Ausstellungseröffnung Bestandsaufnahme VI: „REVOLVER“ präsentierten Direktorin Susanne Pfleger und Kurator Sebastian Jaehn, im Beisein von Oberbürgermeister Klaus Mohrs, die Werke aus der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg, so die Stadt Wolfsburg.



Unter dem Titel „Revolver“ wird seit Donnerstag im Schloss Wolfsburg bis zum 31.12.2017 in der sechsten Auflage der Reihe „Bestandsaufnahme“ eine neu arrangierte Auswahl von Werken der Sammlung zu sehen sein. Den Rahmen für diese Präsentation bilden die Kabinette im Westflügel von Schloss Wolfsburg. Revolver leite sich vom lateinischen revolvere ab, was so viel bedeutet wie zurückwälzen oder umdrehen, aber auch wiederholen, etwas überdenken und wiedererzählen. Der Blick in die Sammlung gäbe die Möglichkeit, scheinbar Bekanntes in neuen Verhältnissen wieder zu entdecken. Während sich die Bilder unserer digitalisierten Gegenwart im alltäglichen Gebrauch zunehmend einer sinnlichen Vergegenwärtigung entziehen würden, vermittle das Museum wie kaum eine andere gesellschaftliche Institution Wissen über die Anschauung am Objekt. Dafür müsse man sich Zeit nehmen – genau hinsehen. Der offensiv gemeinte Titel der Ausstellung stütze sich auf das Potenzial des Museums wie das der Kunst, Standpunkte zu verunsichern und erfrischend beunruhigend zur Orientierung herauszufordern. Aus den Magazinen der Städtischen Galerie Wolfsburg wurden hierfür Werke gewählt, die ein bewusstes Schauen verlangen und Kunst als Experimentierfeld an den Grenzen des Möglichen zeigen. Mit Werken unter anderem von Alice Aycock, Bernhard Johannes Blume, A. K. Dolven, Nan Hoover, Heinz Mack, Bettina Pousttchi, Robert Rauschenberg und Wolf Vostell.
Für die Stadt Wolfsburg konnte seit Ende der 50er Jahre durch kontinuierliche Ankäufe eine Kunstsammlung zusammengetragen werden, die in der Lage sei, wichtige künstlerische Tendenzen der deutschen Kunst vorzustellen und ästhetische Traditionen der Gegenwartskunst und ihrer Wechselwirkungen im internationalen Kontext aufzuzeigen und erfahrbar zu machen. Die städtische Kunstsammlung, der in dieser jungen Stadt in besonderer Weise eine identitätsstiftende Rolle zukäme, konzentriere sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum nach 1945. In dem Bereich der Medien Grafik, Multiple, Fotografie und Video werde darüber hinaus international gesammelt. Ein lineares Verfolgen der Entwicklung hätte nie im Vordergrund der Sammlungspolitik gestanden, vielmehr war und sei es das Ziel, neue, zeitgenössische Positionen aufzuspüren, die größtenteils noch nicht etabliert seien, aber eine künstlerisch eigenständige Bildsprache entwickelt hätten. Die Ankäufe erfolgten in den meisten Fällen im Jahr des Entstehens und in der Regel jenseits des jeweilig vorherrschenden Mainstreams. So zeichne sich die Sammlung durch eine bemerkenswerte Individualität des Bestands aus und sei in der Region einzigartig.


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