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Standesamt soll ins Dachgeschoss der Villa Seeliger ziehen



Standesamt soll ins Dachgeschoss der Villa Seeliger ziehen

Das Gebäude am Stadtmarkt muss grundsaniert werden. Und auch an der Villa sind vorher noch einige Arbeiten nötig.

von Alexander Dontscheff


Die Villa Seeliger. Archivbild
Die Villa Seeliger. Archivbild Foto: Max Förster

Wolfenbüttel. Geplant ist, dass das städtische Gebäude am Stadtmarkt 15, in dem sich unter anderem das Standesamt befindet, aus statischen Gründen ab Sommer 2021 grundsaniert wird. Als Ausweichquartier für das Standesamt soll das Dachgeschoss der Villa Seeliger dienen. Doch auch hier sind noch Arbeiten nötig. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die kommenden Freitag im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen besprochen wird. Eine Entscheidung fällt der Rat.



Für den Ausbau des Dachgeschosses der Villa Seeliger ist in der Beschlussvorlage ein Maßnahmenbudget von 280.000 Euro vorgesehen. Die ersten Ausschreibungen sollen im Sommer 2020 erfolgen, sodass der Ausbau noch in diesem Herbst beginnen kann. Sofern eine Ausschreibung erst im Herbst 2020 erfolgen könne, sei mit einem Baubeginn vor Frühjahr 2021 nicht zu rechnen. Demzufolge wäre der dringend erforderliche Maßnahmenbeginn der Sanierung des Gebäudes Stadtmarkt 15 im Sommer 2021 nicht zu halten. Von daher sei der Tatbestand der „unaufschiebbaren Investitionsmaßnahme“ aus dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz gegeben.

Dachgeschoss konnte seinerzeit nicht wie geplant ausgebaut werden



Bereits in den Jahren 2009 bis 2012 wurde die Villa Seeliger aufwändig saniert und restauriert. Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen wurde das Gebäude für seine jetzige Nutzung, als Büro- und Übungsräume für die Landesmusikakademie, hergerichtet. Der geplante Ausbau des Dachgeschosses konnte nur zu etwa 30 Prozent ausgeführt werden, da durch ein umfangreiches Auftreten von Hausschwamm ungeplante kostenintensive Sanierungsmaßnahmen nötig wurden.

Folgende Maßnahmen sind nun noch nötig:


- Einbau eines Trockenestrichs/Hohlraumbodens zur Erreichung eines einheitlichen Höhenniveaus (Austrittshöhe der beiden Treppenhäuser)
- Bekleidung der Dachschrägen (Gipskarton, einlagig)
- Ergänzung der raumteilenden Gipskartonwände (zweilagig)

- Erstellung von raumaufteilenden Gipskartonwänden in den unterschiedlichen Bauzuständen
- Einbau von Zimmertüren
- Elektroarbeiten
- Heizungs- und Sanitärarbeiten
- Maler- und Bodenbelagsarbeiten
Für das Standesamt bestehe unter anderem aus datenschutzrechtlichen Gründen ein erhöhter Bedarf an Einzelbüros. Im Dachgeschoss werde für die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Sanitärbereich mit zwei Waschtischen, zwei Einzel-WCs und einem Urinal eingerichtet.
Im Erdgeschoss wird ein Büro in den bereits hergerichteten Räumen der Beletage (Hochparterre) zum Empfang von Brautpaaren und Hochzeitsgesellschaften sowie der Organisation von Hochzeiten benötigt. Die Trauungen sollen in den übrigen repräsentativen Räumen der Beletage stattfinden.

Im Untergeschoss (Souterrain) soll ein Aktenlager eingerichtet und für einen ständig besetzten Arbeitsplatz hergerichtet werden. Das sei möglich, da dort die Brüstungshöhe der beiden Fenster aufgrund eines Geländeversprungs nach unten 92 Zentimeter betrage. Die Aufteilung der Arbeitsorte und zusätzliche Unterteilung von Büros im Dachgeschoss führe dazu, dass dort einige Räume ungenutzt bleiben könnten und dementsprechend nicht ausgebaut werden müssten.

Keine Barrierefreiheit


Eine Barrierefreiheit sei bei den bisherigen Umbaumaßnahmen vermutlich aus denkmalpflegerischen Gründen nicht angestrebt worden und könne daher auch bei der jetzigen Maßnahme nicht erreicht werden. Wie bisher könnten Trauungen mit behinderten Menschen im barrierefrei erreichbaren Ratssaal des Rathauses angeboten werden.


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