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Statt Fichtenwald: Altenaus Bergwiesen sollen größer werden



Goslar

Statt Fichtenwald: Altenaus Bergwiesen sollen größer werden

Ziel der Niedersächsischen Landesforsten ist es, einen rund 4,5 Hektar reinen Fichtenwald am Mühlenberg in eine artenreiche Harzer Bergwiese umzuwandeln.

Betriebsdezernent Christian Schulz, Revierförster Mathias Weikert und  Forstwirtschaftsmeister Alexander Frese (von links nach rechts) vom Forstamt  Clausthal begutachteten kürzlich die Winter-Baustelle. Kaum zu glauben, dass vor  den Toren von Altenau am Mühlenberg bald wieder Kuh-Glocken läuten könnten.
Betriebsdezernent Christian Schulz, Revierförster Mathias Weikert und Forstwirtschaftsmeister Alexander Frese (von links nach rechts) vom Forstamt Clausthal begutachteten kürzlich die Winter-Baustelle. Kaum zu glauben, dass vor den Toren von Altenau am Mühlenberg bald wieder Kuh-Glocken läuten könnten. Foto: Niedersächsische Landesforsten

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Altenau. Die Bergwiesen um die Oberharzer Ortschaft Altenau sollen größer werden. Dazu muss jetzt eine Fichtenaufforstung weichen, mit der die ursprüngliche Bergwiese vor über 65 Jahren bepflanzt worden ist. Ziel der Niedersächsischen Landesforsten ist es, einen rund 4,5 Hektar reinen Fichtenwald am Mühlenberg in eine artenreiche Harzer Bergwiese umzuwandeln. Damit soll die Landschaft rund um die historische Bergstadt langfristig aufgewertet werden. Die Landesforsten wollen mit dem Naturschutzprojekt den Artenreichtum an blühenden Pflanzen erhöhen und dem Insektensterben entgegenwirken. Dies teilen die Niedersächsischen Landesforsten in einer Pressemitteilung mit.



Dass sich mit dem Projekt auch der Erholungswert des Kurortes steigern lässt, hoffen sowohl die Geschäftsführerin der Kurbetriebsgemeinschaft “Die Oberharzer“, Bettina Beimel, als auch Ortsbürgermeister Alexander Ehrenberg. So verlaufe oberhalb der zukünftigen Bergwiese ein Wanderweg, der von der neuen Aussicht profitieren werde. Auch die Reste der historischen Großen Altenauer Skischanze würden besser sichtbar sein.

Bodenschonenden Vollbaumernte mit Seilkrananlage



Die Idee sei ein Gemeinschaftsprojekt der Landesforsten mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar. Mit dem Projekt wolle das Forstamt Kompensationsmöglichkeiten für den Verlust von Bergwiesen an anderen Stellen schaffen. Aktuell würden letzte Gespräche mit angrenzenden Grundstückseigentümern zum möglichen Flächenankauf laufen. Das Forstamt Clausthal als größter Flächeneigentümer wolle noch in den kommenden Wochen mit den Baumfällarbeiten beginnen. „Wir fällen die Fichten als Vollbäume mithilfe einer Seilkrananlage. Alle Nadelbäume einschließlich Reisig und Kronen kommen von der Fläche runter, nur einzelne Laub- und Randbäume am Waldrand sollen als Landschaftsbäume erhalten bleiben. Auch Holundersträucher und Ebereschen, die sich hier natürlich ausgebreitet haben und Vögeln, Kleinsäugern und anderen Wildtieren als Rückzugsort dienen, lassen wir stehen. Sie strukturieren den Lebensraum zwischen Wald und Wiese tragen zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild bei“, beschreibt Alexander Frese das besonders bodenschonende Verfahren. Der Clausthaler Forstwirtschaftsmeister leitet den Einsatz der Spezialmaschinen und koordiniert die einzelnen Forstarbeiten.

Forstleute freuen sich auf artenreiche Bärwurz-Wiesen mit Harzer Höhenvieh


Anschließend wollen Forstleute die baumfreie Fläche durch fachgerechte Pflege zu einer Bergwiese entwickeln. Um den Wiesencharakter langfristig zu erhalten, sei eine Beweidung mit Rindern oder Schafen geplant. Der Landkreis Goslar und die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld begrüßen und fördern das Projekt im Landschaftsschutzgebiet. Revierförster Mathias Weikert freut sich über eine neue Attraktion rund um Altenau: „Wenn die erste Kuhherde zum Almauftrieb auf den Mühlenberg zieht oder wieder Schafe dort oben weiden, freuen sich nicht nur die Urlauber im Oberharz über ein neu geschaffenes Insektenparadies. Auch wir Anwohner nutzen bestimmt die Bergwiesen am Mühlenberg für Spaziergänge durch die duftenden Bärwurz-Wiesen“, schwärmt der Altenauer Revierförster.

Beeinträchtigungen für Spaziergänger


Bis es soweit ist, rechne das Forstamt mit einer rund dreimonatigen Arbeitsphase. Anwohner, Urlauber oder Spaziergänger müssten ab Februar mit Beeinträchtigungen rechnen. Neben intensiver Holzabfuhr aus dem Revier Altenau im Bereich der L504 komme ein Holzhacker zum Einsatz. Mit Beginn des Frühlings würden die Landesforsten die Arbeiten abschließen zu können. „Ab Sommer 2022 soll nur noch das Läuten der Kuhglocken ein Markenzeichen vom Mühlenberg sein“, wünschen sich Mathis Weikert und sein Kollege Alexander Frese vom Forstamt Clausthal.


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