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Storchenpopulation wächst: Nest-Aufstellen nicht überall sinnvoll



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Storchenpopulation wächst: Nest-Aufstellen nicht überall sinnvoll

Nicht überall gibt es geeignete Lebensräume für die Tiere. Ein falsch Platziertes Storchennest kann fatale Folgen haben.

von Julia Fricke


In Hedeper haben die Störche ein geeignetes Domizil gefunden. Foto: Thomas Stödter

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Hedeper. Die Population der Störche hat in den letzten Jahren vermehrt zugenommen. War ein Storch noch vor einigen Jahren ein seltener Anblick, so können in den letzten Jahren ganze Gruppen der Tiere auf Feldern beobachtet werden. Durch Ringablesen können die Tiere identifiziert und ihr Brutverhalten nachvollzogen werden. regionalHeute.de sprach mit Ralf Isensee in Hedeper. Der Weißstorchbeauftragte des NABU hat selbst ein Storchennest in seinem Garten stehen. Doch nicht überall kann dies klappen.



Der Lebensraum der Störche habe sich schon ein Stück weit verändert, räumt Isensee ein. Dabei komme den Tiere zugute, dass Landwirte immer öfter auch Grünstreifen an Gewässern stehen lassen würden. Auf der anderen Seite gebe auch viele Kompostanlagen im Bereich des Großen Bruchs, die gerne von den Störchen frequentiert werden.

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Ursprünglich seien die auffälligen großen Vögel Felsen- oder Gebäudebrüter. Heutzutage nisten sie meist auf sogenannten Nistmasten. Doch vom unkoordinierten Aufstellen von Storchennestern hält der Weißstorchbeauftragte nichts. "Wenn jemand Interesse hat, dann beraten wir und sagen, wo es funktionieren kann." Denn nicht überall seien die Gegebenheiten dafür optimal. Um ausreichend Futter zu finden, müssten die Lebensräume geeignet sein. Werde ein Nest an einer falschen Stelle aufgestellt und finden die Elterntiere keine Nahrung, könnte es passieren, dass man mit angucken müsse, wie die Jungen verhungern und das Nest verwaist.

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Eltern sortieren Babys aus


Ab und an kann es zudem vorkommen, dass die Elterntiere einige ihrer Jungen aussortieren und aus dem Nest schmeißen. Dies komme vor allem im Alter zwischen acht und zehn Tagen vor und sei meist der Fall, wenn die Babys Anomalien zeigen, nicht richtig fressen oder sich lange Zeit nicht bewegen.


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