Streik bei Helios - Mitarbeiter fordern 15 Prozent mehr Geld

In Braunschweig fand dafür auch eine Streikkonferenz statt.

von Martin Laumeyer


Ver.di streikte auch in Salzgitter.
Ver.di streikte auch in Salzgitter. Foto: Rudolf Karliczek

Region. Schon seit gestern streiken die beiden Helios-Kliniken in Gifhorn und Salzgitter. Es handelt sich um den ersten mehrtägigen Streik im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzung. Betroffen von den Arbeitsniederlegungen sind die Helios-Krankenhäuser Gifhorn, Hildesheim, Nienburg, Salzgitter und Uelzen. Für Notdienste ist an allen Standorten gesorgt, wie es in einer Pressemitteilung des ver.di-Bezirks Süd-Ost-Niedersachsen hervorgeht.


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Am heutigen Dienstag trafen sich die streikenden Azubis aus Hildesheim, Gifhorn und Salzgitter zu einer Streikkonferenz in Braunschweig, informiert ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller: "Um die 70 junge Kolleginnen und Kollegen sind heute im TRAFO Hub in Braunschweig dabei. Streiken bedeutet nicht nur, die Arbeit niederzulegen, sondern sich auch mit aktiv mit den Arbeitsbedingungen auseinanderzusetzen."

Das wird gefordert


Ver.di fordert 15 Prozent mehr Lohn.
Ver.di fordert 15 Prozent mehr Lohn. Foto: Rudolf Karliczek


ver.di-Jugendsekretär, Pascal Heisterüber, der die Versammlung moderiert, berichtet von intensiven Diskussionen: "Es geht den Azubis um die fehlende Wertschätzung und fehlenden Respekt für ihre Arbeit. Es geht ihnen aber auch darum, wie ihr zukünftiger Arbeitsplatz aussehen wird." Die jungen Leute hätten hohe Erwartungen an den Arbeitgeber, da es ja auch um ihre Zukunft gehe. Helios habe sich ja bei dem Angebot für die Auszubildenden schon etwas bewegt.

Wie Marcel Richter, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, berichtet, werde 15 Prozent mehr Lohn gefordert, weil das Leben teurer geworden ist. Zudem sollen die Berufe in den Krankenhäusern aufgewertet werden. Zusätzlich werden noch 200 Euro mehr für die Azubis sowie eine Coronaprämie von 1.500 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

Der Arbeitgeber biete hingegen für Vollzeitbeschäftigte 75 Euro mehr ab dem 1. Januar 2022, Teilzeitkräfte sollen anteilsmäßig berücksichtigt werden. 70 Euro mehr sollen für Azubis, rückwirkend ab dem 1. April 2022, und noch mal 70 Euro ab dem 1. April 2023 fließen. Azubis sollen zudem Laptops bekommen und eine Coronaprämie von 50 Euro. Für Vollzeitkräfte beträgt diese 200 Euro und auch hier sollen Teilzeitkräfte anteilsmäßig berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll eine Pflegezulage für Pflegekräfte am Bett von 70 Euro ab dem 1. Juli 2022 und weitere 50 Euro ab dem 1. April 2023 fließen. Nach dieser Endgeltrunde wird am 6. Juli wird wieder verhandelt.


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