Region. Plötzlich war sie da: eine kleine, süße Katze, die verloren auf der Terrasse saß und leise maunzte. Nach einigen Tagen und mehreren Leckerlis ließ sie sich sogar streicheln. Bald darauf betrat sie zum ersten Mal das Haus – und schien zu bleiben, als wäre sie „einfach so zugelaufen“. Doch viele fremde Katzen haben ein Zuhause und werden dort vermisst. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, warnt daher dringend davor, fremde Katzen einfach zu behalten.
Nicht jede Katze, die plötzlich im Garten auftaucht, braucht automatisch unsere Hilfe. Viele Tiere haben ein Zuhause, in dem sie gut versorgt werden, und genießen lediglich ihre Erkundungstouren. Ausnahmen gibt es natürlich: etwa entlaufene Wohnungskatzen oder Streuner, die ohne menschliche Fürsorge aufwachsen. Gerade Letztere sind jedoch meist sehr scheu und nähern sich Menschen nur selten.
Gefundene Katze muss gemeldet werden
Wenn eine Katze wirklich auf der Suche nach Anschluss zu Menschen ist, sollte sie umgehend zum Tierarzt gebracht werden. Dort kann überprüft werden, ob sie einen Chip oder eine Tätowierung hat und somit einen Besitzer besitzt, der sie möglicherweise vermisst. „Wer eine fremde Katze aufnimmt, ist gesetzlich verpflichtet, den Fund beim örtlichen Fundbüro zu melden“, erklärt TASSO-Rechtsexpertin Ann-Kathrin Fries. Wer dies unterlässt und etwa nicht beim Tierheim nachfragt, verstößt unter Umständen gegen das Gesetz und macht sich nach § 263 Strafgesetzbuch der Fundunterschlagung strafbar.
Tierfreunde sollten daher zunächst versuchen, den Eigentümer der Katze ausfindig zu machen. Tierärzte oder Tierheime können prüfen, ob die Katze registriert ist oder einen Chip trägt. Unsicher? In diesem Fall ist die TASSO-Notrufzentrale eine hilfreiche Anlaufstelle für weitere Schritte.

