Sie sind hier: Region >

Studenten erzeugen virtuelles Modell der Herzog August Bibliothek



Wolfenbüttel

Studenten erzeugen virtuelles Modell der Herzog August Bibliothek

Mit ihrem Modell haben die Ostfalia Studenten beim Coding da Vinci Hackathon teilgenommen. Das Modell soll es ermöglichen die kostbaren Bücher in der Bibliothek selbst "in die Hand" zu nehmen.

Die virtuelle und interaktive Bibliothek "Herzog VR August"
Die virtuelle und interaktive Bibliothek "Herzog VR August" Foto: Erik Bänder

Artikel teilen per:

Wolfenbüttel. Die Informatik-Studierenden Erik Bänder, Malte Meiling, Birte Brinkmann, André Klingsphon und Theo Kircher von der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel haben am Coding da Vinci Hackathon 2020 teilgenommen und mit ihrem Projekt „Herzog VR August“ den Publikumspreis gewonnen. Ziel der Teammitglieder war es bei diesem Wettbewerb, die Augusteerhalle der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel in einem interaktiven und virtuell begehbaren Modell darzustellen. Einen Einblick in das Projekt verschafft ein Youtube-Video. Dies teilt die Ostfalia in einer Pressemitteilung mit.



Die Augusteerhalle beherberge die größte Büchersammlung des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Den Fokus hätten die Studierenden bei der Umsetzung ihres Projekts vor allem auf die Interaktion mit dem Bücherrad gelegt, auf dem der sogenannte Bücherradkatalog Herzog Augusts ausgestellt ist, sowie mit seltenen und kostbaren Handschriften, darunter auch das Evangeliar Heinrichs des Löwen – eines der teuersten Bücher der Welt.

„In unserer virtuellen Bibliothek kann man diese Bücher, die in Wirklichkeit meist nur Wissenschaftler lesen dürfen, selbst in die Hand nehmen und durchblättern. Dafür haben wir ein Interaktions-System entwickelt, dass ohne typische Abstraktionen wie das Drücken von Knöpfen, Triggern oder Joysticks auskommt. Stattdessen werden durch Finger-Tracking verschiedene Gesten beim Greifen unterschieden, anhand von denen entschieden werden kann ob der Spieler das Buch öffnen, schließen, oder eine Seite umblättern will", erklärt Erik Bänder.


Das ist der Hackaton


Den Coding da Vinci Hackathon gebe es bereits seit 2014. Es sei der erste deutsche Hackathon für offene Kulturdaten: Die teilnehmenden Kultureinrichtungen würden ihre Datensätze frei zur Verfügung stellen. 2020 habe die Veranstaltung das erste Mal in Niedersachsen stattgefunden. Das Besondere bei diesem Hackathon sei, dass die Teilnehmenden, anders als bei anderen Veranstaltungen dieser Art, wesentlich länger Zeit haben für die Bearbeitung ihres Projekts. Gestartet ist der Coding da Vinci Niedersachsen Hackathon im Oktober 2020. Knapp drei Monate hatten die Designer, Programmierer, Gaming-Experten und Kulturaffinen Zeit, ihre Prototypen zu entwickeln, bis sie diese der Öffentlichkeit bei der Online-Präsentation mit anschließender Preisverleihung vorgestellt haben.

Für die Teilnahme am Hackathon wären die fünf Informatik-Studierenden von ihrer Professorin Dr. Ina Schiering inspiriert und von Jan Bänder, dem Bruder von Erik Bänder, technisch unterstützt worden. „Wir haben uns die Projekte der vergangenen Jahre und auch die zur Verfügung gestellten Kulturdaten des Hackathons 2020 angeschaut und waren sofort begeistert von den Datensätzen zu dem Bücherradkatalog der Herzog August Bibliothek. Da Virtual Reality unsere große Leidenschaft ist, war für uns schnell klar, dass wir die Kulturdaten als interaktive virtuelle Bibliothek darstellen wollen“, berichtet Student Bänder.

Unterstützt worden seien die Studierenden dabei auch von Torsten Schaßan von der Abteilung für Handschriften und Sondersammlungen an der Herzog August Bibliothek. Er habe ihnen die Grundrisse der Halle zukommen lassen, damit sie diese maßstabsgetreu modellieren konnten. Um hochauflösende Fotos von Deckenmalereien, Bücherregalen und Marmorsäulen für das Modell aufnehmen zu können, ermöglichte Schaßan dem Team auch den Besuch der Bibliothek.

Gutschein für Webinar gewonnen


Bei der öffentlichen Präsentation Ende Januar habe das Team der Ostfalia mit ihrem Projekt „Herzog VR August“ überzeugen können. Sie gewannen den Publikumspreis, der einen hochwertigen Gutschein für ein Webinar bei der Initiative Creative Gaming e.V. beinhalte. Beim Webinar können die Gewinner eines von drei Themen aus dem Bereich virtuelle Welten wählen. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis und sind auch schon dabei zu diskutieren, für welche Option wir uns entscheiden sollen“, so Bänder stellvertretend für das Team.


zur Startseite