Teilzeitausbildung im Handwerk: Möglich, aber wenig genutzt

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade legt Umfrageergebnisse vor.

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Symbolbild | Foto: www.argum.de

Region. Teilzeitausbildung und Teilzeitumschulung sind im Handwerk der Region Braunschweig-Lüneburg-Stade bislang wenig verbreitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer, über die diese in einer Pressemeldung berichtet.



Von den befragten Betrieben gaben zwar 27 Prozent an, die Teilzeitausbildung zu kennen, praktische Erfahrungen haben bislang jedoch nur zehn Prozent gesammelt. 63 Prozent der Betriebe, die die Teilzeitoption nicht nutzen, nannten fehlendes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern als Hauptgrund. Weitere Hürden sind die Integration in den Betriebsablauf (37 Prozent) und der als zu hoch eingeschätzte organisatorische oder finanzielle Aufwand (15 Prozent).

Die größten Hemmnisse


„Die Umfrage macht deutlich, dass die größten Hemmnisse weniger in einer grundsätzlichen Ablehnung liegen, sondern in organisatorischen Herausforderungen und mangelnder Nachfrage“, sagt Heidi Kluth, Vizepräsidentin der Handwerkskammer und Vorsitzende des Beirats Frauen.Handwerk.Zukunft der Handwerkskammer, der die Umfrage initiiert hat.

Von den Betrieben, die Teilzeitmodelle umgesetzt haben, bewertet eine Mehrheit die Erfahrungen als „herausfordernd, aber grundsätzlich machbar“. 20 Prozent berichteten sogar von einer „gut funktionierenden Umsetzung“. Nur 41 Prozent der informierten Betriebe kennen bestehende Fördermöglichkeiten. Gleichzeitig äußerten 26 Prozent der Befragten Interesse an weiterführenden Informationen.

Modell bekannter machen


„Die Ergebnisse zeigen: Teilzeitausbildung kann ein wichtiger Baustein sein, um die Fachkräftesicherung im Handwerk zu stärken, gerade für Menschen, die Beruf und Familie miteinander vereinbaren müssen“, sagt Kluth. „Wir nehmen die Hinweise aus den Betrieben auf und werden mit klaren Informationsangeboten, Best-Practice-Beispielen und gezielter Beratung dazu beitragen, Vorbehalte abzubauen und das Modell bekannter zu machen.“

Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote


Der Beirat Frauen.Handwerk.Zukunft sieht in einer gezielten Informations- und Beratungsstrategie Potenzial, die Teilzeitausbildung stärker zu etablieren. Durch Kooperationen mit der Agentur für Arbeit sollen außerdem Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote für die Betriebe besser aufgezeigt werden. Die Umfrageergebnisse basieren auf 360 Antworten und bilden eine breite Vielfalt an Handwerksbetrieben unterschiedlicher Gewerke und Betriebsgrößen ab.

Informationen zur Teilzeitausbildung bei der Handwerkskammer gibt es bei Hester Hansen, hansen@hwk-bls.de.