Braunschweig

Tetzel-Kiste zum letzten Mal auf dem Domplatz


Am Refermationstag findet zum letzten Mal die Tetzel-Kiste auf dem Domplatz statt. Foto: Robert Braumann
Am Refermationstag findet zum letzten Mal die Tetzel-Kiste auf dem Domplatz statt. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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25.10.2017

Braunschweig. Am Reformationstag, am Dienstag den 31. Oktober wird das Kunstobjekt „Tetzel-Kiste“ zum letzten Mal von den "Stadtfindern" auf dem Domplatz am Dom St. Blasii präsentiert. Diesmal sind die junge Braunschweiger Jazz-Band "Anselm Tlusty Trio" und „Tires Grill & Feinkost“ gemeinsam mit der „Mad Dukes Brewery“ aus Wolfenbüttel dabei.



Um 17 Uhr tritt das Anselm Tlusty Trio auf – mit Musik zwischen den Genregrenzen der Jazzmusik. Die drei gebürtigen Braunschweiger Tino Ribeiro (Bass), Jakob Müller (Schlagzeug) und Nick Leonard Tlusty (Klavier) sind ein echter Geheimtipp, nicht nur für Jazzbegeisterte. Bereits ab 16 Uhr serviert Nourdin Tires Enten-Confit-Burger, Kürbissuppe und Limonade aus Frankreich. Die Mad Dukes steuern ihr hausgebrautes Craft-Beer bei.

Das Projekt Tetzel-Kiste


Die Tetzel-Kiste gestaltete der Graffiti-Künstler Olf Lupin aus einem Überseecontainer, als Projekt im Rahmen des Jubiläumsjahrs der Reformation. Vorbild für das Projekt war der Tetzelkasten, eine Ablasstruhe des Predigers Johann Tetzel (um 1460 bis 1519), in der er die Ablassgelder verwahrte. Eine solche Ablasstruhe, aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammend, befindet sich heute im Bestand des Städtischen Museums Braunschweig. Die Ablasstruhe, markantes Symbol im Kontext der Reformation, ist ein bedeutendes Exponat des Museums, das im vergangenen Jahr zu einer Luther-Ausstellung über den Atlantik bis nach New York City verliehen wurde. Tetzels Ablasspredigten waren maßgeblicher Anlass für Luthers 95 Thesen, in denen er den Handel mit Ablassbriefen kritisierte. Die Veröffentlichung der Thesen 1517 markiert den Beginn der Reformation.

Die Tetzel-Kiste greift als Reminiszenz das historische Objekt auf und überführt es in die Gegenwart. Dazu wurde der Innenraum der begehbaren Kiste als offener Informations- und Kommunikationsort gestaltet, mit einer von wechselnden Braunschweiger Gastronomen bewirtschafteten Bar und einer kleinen Bühne - ein Ort der Begegnung mit freiem Eintritt, der die Besucher animiert, sich über das Thema Reformation auszutauschen. Weitere Informationen unter www.braunschweig.de/tetzelkiste


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