Sie sind hier: Region >

Textilien für alle – um welchen Preis?



Braunschweig

Textilien für alle – um welchen Preis?


Die Veranstaltung findet im Altgebäude der TU statt. Foto: Archiv/Robert Braumann Foto: Robert Braumann

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Braunschweig. Über das Thema „Textilien für alle – um welchen Preis?“ diskutieren in der Veranstaltungsreihe „Zukunftsfragen – kontrovers“ Cornelia Koch und Dr. Daniela Döring, am Montag, 22. Januar, 18.30 Uhr im Hörsaal SN 19.2, TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4.



Die heutige Konfektionsindustrie, die arbeitsteilige und standardisierte Produktion von Textilien, schafft in den ärmeren Ländern unmenschliche Arbeitsbedingungen. Dabei ist die Entstehung der Konfektionsbekleidung zwiespältig: Einerseits „demokratisierte“ sie in gewisser Weise die Bekleidung, weil Mode für einen Massenmarkt zugänglich wurde und auch die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerungen erfüllte. Andererseits normiert sie bis in die Gegenwart hinein die Körper und öffnet durch das Wechselspiel von Mode und Norm den Weg in die Überproduktion.

Für billige Textilien erkranken und sterben aufgrund von mangelndem Arbeitsschutz und giftigen Stoffen in den Textilien in den Niedriglohnländern Menschen. Der Schadstoffgehalt wurde in den letzten Jahren auch in den reichen Ländern problematisiert. Die Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung durch Niedriglöhne fallen dagegen nur dann auf, wenn es zu Katastrophen, wie dem Brand einer Textilfabrik in Bangladesch, kommt. Die Produktion und das Konsumieren von Textilien sind also ein globales Problem. Vor diesem Hintergrund stellen Cornelia Koch und Dr. Daniela Döring folgende Fragen:



  • Wie sind die Produktionsbedingungen aktuell in der Bekleidungsindustrie, besonders in den sogenannten Niedriglohnländern?

  • In welchem globalen Zusammenhang steht die Textilproduktion? Welchen Beitrag leisten wir als Verbraucher zu den aktuellen Zuständen und können wir/kann die Politik das ändern?

  • Was fesselt uns an Kleidungsnormen?

  • Wie verändert sich die Produktion durch Vermessung und Digitalisierung?


  • Welche Geschichte hat die Konfektionsindustrie und wie prägt diese die Gegenwart?


Dr. Daniela Döring hat Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaften studiert. 2009 promovierte sie mit einer Arbeit über die Geschichte der Vermessung und der Konfektion des 19. Jahrhunderts. Im letzten Jahr hat sie die Ausstellung „uniform? Körper, Mode und Arbeit nach Maß“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam kuratiert. Sie ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam.

Cornelia Koch ist Gewerkschafterin (IG Metall). Sie ist ehrenamtliche Vorsitzende des Kreisfrauenausschusses Braunschweig sowie stellvertretende Vorsitzende des Regionsfrauenausschusses Süd-Ost-Niedersachsen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Sie setzt sich seit Jahren mit Arbeitsrechts- und Arbeitsschutzverletzungen in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie auseinander und engagiert sich in dem Netzwerk „Clean Clothes Campaign“ (Kampagne für saubere Kleidung).

Veranstalter: Gruppe „Wissen und Kritik“ der TU Braunschweig in Zusammenarbeit mit Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH und Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften an der TU Braunschweig.

Weitere Informationen unter www.tu-braunschweig.de/zukunftsfragen.


zur Startseite