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Themenwoche: Wo finden Mobbing-Opfer Hilfe?

von Alexander Dontscheff


Unbedarfter Umgang mit dem Computer kann Mobbing fördern. In den Schulen wird wichtige Präventionsarbeit geleistet. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Unbedarfter Umgang mit dem Computer kann Mobbing fördern. In den Schulen wird wichtige Präventionsarbeit geleistet. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

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30.12.2016

Braunschweig. Mobbing ist ein dynamischer Prozess. "Das heißt, wenn nichts dagegen unternommen wird, kann es sein, dass die Täter immer fieser werden", mahnt Ines Fricke von der Polizei Braunschweig. Doch was kann man als Betroffener unternehmen?


Je eher man also etwas gegen Mobbing unternimmt, um so größer die Aussicht auf Erfolg. Zunächst kann man versuchen, das Problem intern zu lösen. "An jeder Schule gibt es Beratungs- und Vertrauenslehrer, an die man sich wenden kann", so Ines Fricke. Auch in Firmen gibt es häufig Ansprechpartner, zum Beispiel der Betriebsrat.

Doch gerade im beruflichen Umfeld kann eine interne Lösung schwierig werden, etwa wenn die Vorgesetzten Teil der Mobbing-Struktur sind. Und auch Schülern fällt es oft schwer, Eltern oder Lehrer um Hilfe zu bitten. Dann sind unabhängige Beratungsstellen unverzichtbar. Zum Beispiel der Weiße Ring, dessen kostenloses Opfer-Telefon sieben Tage in der Woche von 7 bis 22 Uhr erreichbar ist (116 006). Auch im persönlichen Gespräch helfen die Mitarbeiter des Weißen Rings.



Matthias Jago, Außenstellenleiter in Braunschweig, bietet am Thüringenplatz 13 jeden Dienstag von 10:30 bis 13 Uhr eine Sprechstunde an. Bei den weiteren erforderlichen Schritten kann der Betroffene auf die Unterstützung des Opferhilfevereins zählen. Seien es Gespräche mit Eltern, Lehrern oder dem Arbeitgeber, sei es die Suche nach psychologischer Hilfe oder einer Selbsthilfegruppe. Bei nachweisbaren Straftaten, sollte man außerdem in jedem Fall die Polizei einschalten.

Für von Mobbing betroffene Schulen hat der Weiße Ring zudem den Film "Escape the Fate" erstellt, der im Unterricht gezeigt wird und als Arbeitsgrundlage zum Austausch sowie zur Erarbeitung von Lösungsstrategien dient. Interessierte Schulen und Vereine können die DVD kostenlos unter info@weisser-ring.de anfordern.

Prävention ist die beste Hilfe


Doch noch besser ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Mobbing kommt. Gerade in den Schulen wird regelmäßig Präventionsarbeit geleistet. "Wir werden von vielen Schulen angefragt und bieten ab dem 5. Jahrgang Schulungen in Sachen Mediensicherung und Internetkriminalität an", berichtet Ines Fricke im Gespräch mit regionalHeute.de. In den Kursen, die für alle Schulformen geeignet sind, geht es neben Mobbing unter anderem auch um Themen wie Grooming (Erwachsene sprechen Kinder und Jugendliche gezielt an, um sexuellen Kontakte zu verabreden) und Sexting (Versand von eigenem erotischen Bildmaterial). Da auch die Eltern wissen sollten, was ihre Kinder tun, bietet die Polizei an, im Rahmen von Elternabenden über das Thema zu informieren.

"Generell gilt, dass man gut beraten ist, wenn man im Internet nicht zu viel von sich preisgibt", mahnt Matthias Jago. Das gilt vor allem für Bilder, aber auch für Handy-Nummern oder allgemein zu viele private Details, die man in Chatrooms oder über Facebook postet. "Was einmal im Internet steht, ist schwierig wieder herauszukriegen", so Jago. In Sachen Verhaltensprävention empfiehlt der pensionierte Polizeibeamte ein Selbstbehauptungstraining, mit dem man einerseits das Selbstbewusstsein stärken aber auch die Grundlagen der Selbstverteidigung erlernen kann. Auch hier kann der Weiße Ring vermitteln.

Weitere Ansprechpartner, die einem in einer Mobbing-Situation weiterhelfen können, findet man über das Internetportal Braunschweig hilft.

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